Stahlvorfach selber bauen!

Wer Hechte angeln will, der kommt nicht ohne aus. Und auch wenn ihr es eigentlich auf einen anderen Raubfisch abgesehen habt, die Hechtpopulation in vielen deutschen Gewässern ist so gut, dass man beinahe immer mit einem Hecht als Beifang rechnen muss. Deshalb gilt es: Angeln gehen mit Stahlvorfach, alles andere ist nicht waidgerecht. Wir erklären heute nicht nur, warum ein stabiles Vorfach so wichtig ist, sondern auch, wie ihr euch das passende Stahlvorfach selber bauen könnt.

Warum ein Stahlvorfach nutzen?

Diese Frage muss einem Angler eigentlich gar nicht gestellt werden. Besonders, wenn bei euch schon einmal ein Hecht angebissen hat und ihr gerade kein Stahlvorfach benutzt habt. Dann durftet ihr nämlich zuschauen, wie euer Vorfach und der Fisch gemeinsam verschwunden sind. So viel Wartezeit und bange Momente beim Anbiss und dann nicht nur den Fisch sondern auch euer Vorfach verlieren. Mehr als ärgerlich und im schlimmsten Fall tödlich für den Fisch! Der Hecht mit seinen spitzen, nach innen gerichteten Zähnen reißt monofile und geflochtene Vorfächer sehr schnell ab, sollten sie mit den Zähnen in Berührung kommen.

Da Hechte den Köder durchaus schon mal bis zu 20 cm tief verschlingen, darf ein Hechtvorfach auch gern etwas länger sein. Also, wenn ihr euer Vorfach mit unserer Anleitung baut, dann behaltet diese Kleinigkeiten im Kopf!

Stahlvorfach selber bauen

Damit euch nicht während des Bauens auffällt, dass euch ein wichtiges Teil fehlt, bekommt ihr hier eine nützliche Checkliste, mit allem, was ihr so braucht.

Jetzt werden wir Schritt für Schritt vorgehen.

Schritt 1: Wirbel an den Stahl

Schon der erste Schritt kann variiert werden, je nach eurer Laune. Wer nicht die ganze Zeit die Spule an einem Ende haben möchte, kann sich jetzt schon ein ausreichend langes Stück Stahl abschneiden. Denkt dabei daran, dass ihr zum Schluss mindestens 25 cm Länge haben solltet. Mit 40cm Länge seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Bedenkt auch immer, dass von der abgeschnittenen Länge zu Beginn ,sowohl oben als auch unten, noch einige Zentimeter abgehen. Allerdings kann es passieren, dass der Stahl dann an dem Ende, welches herumbaumelt auffasert. Das macht es schwerer, es mehrfach durch eine Quetschhülse zu schieben. Gerade bei den sehr weichen und filigranen 7X7 Vorfächern geht das sehr schnell, da sie aus quasi 49 einzelnen, kleinen Stahldrähten bestehen. Ein kleiner Trick hier gleich vorweg. Glüht mit einem Feuerzeug die Schnittstelle vorher aus. So verhindert ihr relativ gut das nervige Auffasern des Materials.

Lasst uns mit dem Wirbel beginnen. Die findet ihr bei uns im Shop meist in Kombination mit einem Karabiner. Wenn ihr sie auseinander gelöst habt, legt euch den Karabiner gut weg. Nichts ist ärgerlicher, als das Vorfach halb fertig zu haben und dann nach einem neuen Karabiner suchen zu müssen, weil euch der Erste abhandengekommen ist.

Also, ihr fädelt zunächst eine Quetschhülse und dann den Wirbel auf euer Stahlvorfach. Legt eine Schlaufe, in der sich der Wirbel frei bewegen kann und führt das Vorfachmaterial wieder durch die Hülse zurück. Wer ganz mutig ist (und diese friemelige Arbeit mag) kann jetzt noch einmal zurück, für etwas extra Sicherheit. Wichtig ist dann, dass eure Quetschhülsen etwas größer gewählt sind.

Mit eurer Quetschhülsenzange klemmt ihr jetzt die Hülse zu. Bitte wendet dabei nicht eure ganze Kraft auf, sondern immer mit ein bisschen Gefühl. Mit zu viel Kraft kann es passieren, dass ihr die feinen Adern des Vorfachmaterials verletzt und ihr so deutlich an Tragkraft verliert.

Schritt 2: Karabiner an den Stahl

Nun messt ihr ein gute Stück Stahl ab, welches vom Hecht nicht ganz verschlungen werden kann, und schneidet etwa 5 cm darüber ab. (Wenn ihr eben schon geschnitten habt, braucht ihr das natürlich nicht mehr) Fädelt erst die Quetschhülse und dann den Karabiner auf und führt den Stahl wieder ein bis zweimal zurück durch die Hülse. Noch einmal gefühlvoll quetschen und das war’s!

Wer das Vorfach an den Quetschhülsen noch etwas schützen oder versteifen möchte, kann sehr gut mit Schrumpfschlauch arbeiten. Diesen längt ihr am besten so ab, dass er ungefähr einen halben Zentimeter länger ist, als die Quetschhülse. Schiebt zwei von den Schrupfschlauchstücken über das Stahlvorfach, bevor ihr beide Seiten fertig gequetscht habt. Dann montiert ihr alles und erhitzt, am besten mit Wasserdampf, den Schlauch. So schmiegt er sich perfekt ans Vorfach und an die Hülse an und schützt so perfekt vor Knicken.

Schon habt ihr euer eigenes Vorfach gebaut! Wer jetzt gut vorbereitet sein will, baut ein paar dieser Art und schon spart ihr euch die Frickel-Arbeit am Wasser mit kalten und feuchten Fingern! Wer auch im Tockenen keine Lust (oder Zeit) hat, sein Vorfach selbst zu bauen, für den gibt es natürlich auch fertige Stahlvorfächer bei uns im Shop. Petri!

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