Angelschnur verbinden leicht gemacht!

Manchmal muss man Angelschnur verbinden, damit die Montage funktioniert oder man für die Situation genau richtig aufgestellt ist. Wir erklären heute einmal die Grundlagen. Dafür schauen wir uns nicht nur die wichtigsten Knoten noch einmal an, sondern auch Alternatvien zur klassischen direkten Verbindung.

Angelschnur verbinden mit Knoten

Zum Thema Knoten haben wir bereits einen eigenen Beitrag verfasst. „Die 10 wichtigsten Angelknoten für Anfänger“ erklärt euch zehn verschiedene Knoten mit anschaulichen Grafiken und Schritt für Schritt Erklärungen.

Wir wollen aber hier noch einmal die zwei wichtigsten Knoten zum Angelschnur verbinden aufnehmen.

Doppelter Grinnerknoten

Dieser Knoten eignet sich hervorragend, um Angelschnur (auch monofile und geflochtene) miteinander zu verbinden. Abhängig davon, ob die Schnur monfil oder geflochten ist, unterscheidet sich die Vorgehensweise minimal, doch auch das ist schnell erklärt und einfach gemacht. Der Knoten ist sehr fest und nichts besonders schwer zu binden. Damit sollte er definitiv zum Repertoire jedes Anglers gehören.

  1. Zunächst einmal legt man die beiden Schnüre parallel zueinander. Die Enden zeigen dabei in entgegengesetzte Richtungen.
  2. Nun legt man mit einer Schnur einen Bogen zurück, die Enden zeigen also jetzt in die gleiche Richtung.
  3. Wickelt die umgeschlagene Schnur mehrfach um die zweite Schnur und führt es dabei immer durch die entstandene Schlaufe. Je dünner die Schnur, desto mehr Windungen solltet ihr wickeln. Auch geflochtene Schnüre brauchen mehr Windungen. Bei einer 0,18er geflochtenen Schnur kann man mit 7-9 Windungen arbeiten und bei einer starken 0,60er monofilen reichen zwei Windungen bereits aus.
  4. Nach genügend Windungen feuchtet eure Schnur noch einmal an und zieht die Schlaufen fest. Ihr habt den ersten Grinnerknoten gebunden.
  5. Den gleichen Vorgang wiederholt ihr jetzt mit der anderen Schnur. Die Knoten können an der Schnur entlang rutschen, stoppen sich aber gegenseitig, sodass die Schnüre fest miteinander verbunden sind.
  6. Zuletzt prüft ihr einmal mit einem kräftigen Zug, ob die Knoten halten. Wenn das der Fall ist, könnt ihr die überstehenden Enden abschneiden und seid fertig!

Hier seht ihr noch einmal in einer Grafik veranschaulicht, wie man diesen Knoten bindet.

Doppelter-Grinner-Knoten

Fakt am Rande: Dieser Knoten wird auch bei Schmuck häufig genutzt. Ketten und Armbänder mit Leder-Bändern werden oft mit diesem Knoten verbunden, sodass sie in der Weite verstellbar sind.

Schlaufenknoten

Um die Schlaufenverbindung richtig zu binden, braucht es erstmal zwei Schnüre, die eine Schlaufe gebunden haben. Deshalb erklären wir zuerst, wie ihr eine ordentliche Schlaufe bindet.

  1. Zunächst legt ihr mit dem losen Schnurende eine Schlaufe.
  2. Die Schlaufe lasst ihr einen Bogen schlagen und eure Schnur noch einmal kreuzen.
  3. Nun legt ihr einige Windungen, immer zwischen Schnur und geschlagenem Bogen hindurch. Auch hier gilt, bei geflochtenen und dickeren Schnüren mehr Umwindungen, als bei dünnen und monofilen Schnüren. Bei der monofilen Schnur bis 0,30 mm kann man mit drei Überschlägen, bei geflochtener mit sieben Umrundungen arbeiten.
  4. Die Stelle, an der der Knoten sitzen soll, befeuchten. Zieht nun an eurer Schlaufe und der Schnur, um die Windungen zu einem Knoten festzuziehen. Hier könnt ihr noch ein wenig an der Größe justieren.
  5. Überstehendes Ende abschneiden. Fertig!

Schlaufenknoten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlaufenverbindung

Für die Schlaufenverbindung müsst ihr zunächst beide losen Enden eurer Schnüre zu Schlaufen knoten. Dann geht es an die Verbindung. Um zu verdeutlichen, von welcher Schnur wir gerade sprechen, nehmen wir einmal an, ihr wollt eure Hauptschnur mit einem Vorfach verbinden wollt.

  1. Bringt die Schlaufe der Hauptschnur durch die Schlaufe des Vorfachs.
  2. Führt das Vorfach durch die Schlaufe der Hauptschnur.
  3. Zieht an den Enden der Schnüre. Fertig!Schlaufenverbindung

Beide Varianten, also Schlaufenverbindung und der doppelte Grinner-Knoten eignen sich sowohl dazu, gleiche Schnurarten miteinander zu verbinden, als auch zwei unterschiedliche.

Was aber, wenn man zwei Schnüre anders verbinden will?

Angelschnur verbinden mal anders: Schnurverbinder

Wer zwei Schnüre nicht direkt miteinander verbinden will, hat die Möglichkeit, Schnurverbinder dazwischen zu setzen.

Knotenlos-Verbinder

So gibt es zum Beispiel sogenannten „No-Knots“, also knotenlose Verbinder. Diese eigenen sich nur für geflochtene Schnüre, da sich monofile Schnüre nicht eng genug wickeln lassen und dementsprechend nicht besonders gut halten. Für die geflochtenen Schnüre funktioniert er dafür umso besser. Er lässt sich leicht und ohne Knoten anbringen und ist auch mit kalten (oder nassen) Fingern noch gut zu nutzen.

Nachteil ist allerdings, dass er sich gern in Netzen, Algen oder anderem Zeug verhakt. So muss man manchmal entwirren, bevor auch nur ein Fisch am Haken hing. Aber warum dann nutzen? Ganz einfach. Bei einigen geknoteten Verbindungen beeinträchtigt man die Tragkraft der geflochtenen Schnur. Um das zu verhindern und die geflochtene Schnur voll zu nutzen, erfand ein schlauer Anglerkopf den knotenlosen Verbinder.

Weitere Arten von Verbindern

Snaps, also auf Deutsch Karabiner, sind dafür da, schnell zwischen verschiedenen Vorfächern oder Montagen zu wechseln.

Auch ein Wirbel lässt sich als Schnurverbinder nutzen. Seine Hauptfunktion ist zwar, das Verdrallen der Schnur zu verhindern, doch aufgrund seiner Position zwischen Schnur und Köder (oder Vorfach) funktioniert er gleichzeitig als Schnurverbinder.

Um Snaps und Wirbel zu befestigen braucht es wieder Knoten. Zum Beispiel die oben erklärte Schlaufe!

 

Habt ihr einen Lieblings-Schnurverbinder? Lasst uns gerne einen Kommentar da!

 

 

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