Köderfische richtig haltbar machen

Mitte der Achtziger Jahre hat sich die Gesetzeslage bezüglich des lebenden Köderfisches grundsätzlich geändert. Aus Tierschutzgründen wurde die Verwendung lebender Köderfische in Deutschland verboten. Viele Raubfischangler stellte das vor große Probleme. Heutzutage ist das häufig nicht mehr so relevant. Gerade im Bereich der Kunstköder gab es in diesem Zeitraum eine unglaubliche Entwicklung, die immer realistischere und überaus fängige Köder herausgebrachte. Das Aus für den Köderfisch? Absolut nicht! Auch der tote Köderfisch ist, richtig haltbar gemacht und gut konserviert, ein absoluter Magnet für unsere einheimischen Räuber. Egal ob Hecht, Zander, Barsch, Wels oder Aal, alle lassen sich mit dem toten Köderfisch gezielt überlisten. In diesem Artikel soll es jedoch nicht um die Präsentation oder um spezielle Montagen gehen, sondern darum Köderfische für Eure Ansitze richtig haltbar zu machen.

Ein große Rotfeder kann als Hechtköder eigefroren werden.

Ein große Rotfeder kann als Hechtköder eigefroren werden.

Selbstverständlich steht jeder Angler erstmal vor der Frage, wo bekomme ich denn meine Köderfische eigentlich her? Ganz einfach dort, wo auch ein Großteil der Räuber zu erwarten ist. Also ran an die Kopf-, Feeder- oder Matchruten und ran an die Nahrungsquelle unserer Zielfische. Um Rotaugen, Rotfedern, Güstern, Brassen, Gründlinge und Barsche zu überlisten solltet Ihr etwas Futter, ein paar Maden und ein bisschen Geduld mitbringen. Aber auch das soll nicht Inhalt dieses Artikels sein.

Wer das Köderfischangeln nicht mag, oder wem schlichtweg die Zeit fehlt, kann sich heutzutage im Internet behelfen, oder aber Vereinskameraden um Hilfe bitten. Wer sich Köderfische aus dem Internet bestellt, sollte sich im Voraus mit den Vereinsstatuten auseinandersetzen, denn häufig ist das Angeln mit gewässerfremden Köderfischen nicht gestattet.

Einige mögen sich jetzt fragen, wie kommen denn die Köder aus dem Versand denn überhaupt zu mir? Immerhin ist Fisch, gerade in der warmen Jahreszeit, doch sehr leicht verderblich. Die Antwort ist so einfach, wie genial. Tiefgefroren! Und genau so wird auch ein Großteil von Euch seine Köderfische konservieren. Wie genau, darauf gehen wir noch genauer ein.

Auswahl verschiedener Deadbaits, fertig zum Einfrieren. So eingefroren sind die Köderfische sehr lange haltbar.

Auswahl verschiedener Deadbaits, fertig zum Einfrieren. So eingefroren sind die Köderfische sehr lange haltbar.

Was den zweitgrößten Räuber unserer Gewässer, den Hecht, angeht, hier gibt es eine Besonderheit. Hechte mögen Salzwasserfische und das nicht nur im Brackwasser, oder an Flüssen, die ins Meer münden. Nein, auch in ganz normalen Baggerseen im Inland funktionieren Makrele, Sardine, Hering und Stint als Köderfisch ganz hervorragend. Oft sogar deutlich besser als Rotauge und Co. Allerdings gibt es Gewässer, wo die Meeresfische versagen. Warum das so ist, ist bisher unklar. Zudem funktionieren diese Köder aufgrund ihres hohen Fettgehalts bei Wassertemperaturen unter 10° erst wirklich gut, da sie sonst unter Wasser sehr schnell verderben und unattraktiv werden.

Ein großer Vorteil von Meeresfischen ist ihre leichte Verfügbarkeit. Egal ob beim Fischhändler, oder oft auch im Asiamarkt. Sie sind leicht verfügbar. Achtet möglichst darauf, dass die Köderfische nicht ausgenommen sind. Die Eingeweide verströmen unglaublich viel Aroma unter Wasser.

Aber auch hier stellt sich die Frage, wie machen wir unsere frischen Köderfische haltbar? Einfrieren dürfte hier das Mittel der Wahl sein. Einfach, effektiv und fast immer perfekt. Aber worauf muss ich achten? Wie erziele ich hier das beste bzw. fängigste Ergebnis? Wenn möglich und im Haushalt vorhanden, führt kein Weg an einem Vakuumierer vorbei. Sauber, simpel und einfach perfekt. Aber auch mit Frischhaltefolie, oder Alufolie kommt Ihr zum Erfolg.

Bevor Ihr die toten Fische jedoch einfach einwickelt und in die Tiefkühltruhe legt, bedarf es doch einiger Vorbereitung! Zuerst solltet Ihr mit einer Ködernadel die Schwimmblase der Fische durchstechen. Auch wenn es beim Einfrieren nicht ganz so entscheidend ist, trotzdem sorgt eine intakte Schwimmblase auch nach dem Auftauen noch für etwas Auftrieb. Ungünstig für Posenmontagen zum Beispiel.

Nachdem Ihr die Luftblase durchstochen und die Luft aus dem Köderfisch gedrückt habt, solltet Ihr die zukünftige Tiefkühlware sorgfältig mit etwas Küchenkrepp abtupfen. So verhindert Ihr Gefrierbrand und die Köderfische bleiben noch länger haltbar. Jetzt sind sie bereit verpackt zu werden. Ein Vakuumierer sorgt automatisch dafür, dass sich keine Luft mehr in der „Verpackung“ befindet und verschließt diese auch gleich luftdicht. Nutzt Ihr Folie, müsst Ihr dafür sorgen, dass alles so luftdicht wie möglich verpackt wird. Das heißt Ihr streicht so viel Luft wie möglich aus der Folie und wickelt den Köderfisch straff und so dicht wie möglich ein. Jetzt geht es ab in die Kälte. Ihr könnt selbstverständlich auch mehrere Fische zusammen portionieren, je nach Bedarf. Auch das Impfen der Fische mit Lockstoffen wie zum Beispiel Ölen und anderen Attraktoren, ist vor dem Einfrieren möglich.

Köderfische als Sessionpack fertig zum Einfrieren. So werden sie perfekt haltbar gemacht.

Köderfische als Sessionpack fertig zum Einfrieren. So werden sie perfekt haltbar gemacht.

Mithilfe einer Kühlbox könnt Ihr jetzt Eure Köderfische mit ans Wasser nehmen. Das Auftauen geht im Wasser sehr schnell und einfach. Am besten legt Ihr Eure Köder sofort ins Wasser, wenn Ihr am Angelplatz angekommen seid. Noch bevor Ihr alles aufgebaut habt, sind sie einsatzbereit. Alles was nicht benutzt wurde nehmt Ihr einfach wieder mit heim. Sehr sparsam muss man sagen! Auch wenn die Köder leicht angetaut sind, könnt Ihr sie einfach wieder einfrieren, was der Fängigkeit keinen Abbruch tut.

Einzig die hohen Wassertemperaturen im Sommer lassen unsere tiefgefrorenen Köderfische relativ schnell verderben. Hier ist ein frisch gefangener und fachgerecht getöteter Fisch doch im Vorteil. Daher sollte in den Sommermonaten die gute, alte „Stippe“ beim Raubfischansitz immer mit im Futteral sein. Solltet Ihr mit einer Posenmontage auf die Räuber fischen, hier ein kleiner Tipp. Ein frischer Köderfisch verfällt nach kurzer Zeit in eine Art Leichenstarre und krümmt sich unnatürlich. Wenn Ihr einen Schaschlikspieß aus dem Supermarkt vorher in das Fischchen schiebt, hängt dieser die ganze Zeit sehr natürlich am Haken, ohne sich durchzuziehen. Auch hier gilt es vorher die Luftblase zu zerbrechen und die Luft heraus zu pressen. Am besten immer kurz testen, ob Euer Köder auch wirklich sinkt!

Eine weitere, weniger bekannte und zugegeben auch etwas kompliziertere Möglichkeit Köderfische zu konservieren, ist es sie in Salzlake zu legen. Hierfür nehmt Ihr eine verschließbare Dose und 500g Salz auf 100ml Wasser. Jetzt einfach die Köderfische einlegen und ab und an leicht die Dose schütteln. So könnt Ihr auch bei 20° Außentemperatur Köderfische am Wasser frisch halten. Das Salz löst sich unter Wasser schnell auf und ist nicht störend. Ein frischer oder tiefgefrorener Köderfisch hat sich bisher trotzdem als fängiger herausgestellt.

Wir hoffen wir konnten Euch einen kleinen Einblick geben, wie Ihr Euch einen kleinen und lang haltbaren Vorrat an toten Köderfischen anlegen könnt und worauf Ihr dabei achten solltet. So vorbereitet wünschen wir Euch: „Petri Heil und strammes Seil!“.