Barschköder – Wie ihr den Räuber erwischt

„Ist der erste Fisch ein Barsch, ist der Angeltag im…“ und so weiter. Mittlerweile hat sich dieses alte Sprichwort ins Gegenteil gekehrt und für viele Angler ist der Barsch der Zielfisch Nummer eins. Kein Wunder! Barsche wachsen sehr langsam und es ist etwas ganz besonderes einen wirklich kapitalen Stachelritter zu überlisten. Lecker sind die Barsche noch dazu! Damit ihr diesen beliebten Räuber erwischt, braucht ihr den richtigen Barschköder. Wir wollen heute darüber sprechen, welche Köder sich am besten eignen.

Grundvoraussetzungen für einen guten Barschköder

Da der Barsch ein grundsätzlich karnivorer Fisch ist und sich hauptsächlich von Insekten, Würmern, Krebstieren und später auch von kleinen Fischen ernährt, ist es wichtig, dass ihr euren Köder an die Fressgewohnheiten anpasst.

Ihr könnt natürlich nicht nur Naturköder aus dem üblichen Speiseplan des Barsches nutzen, sondern auch geschickt gewählte Kunstköder verwenden. Hauptsache ist, der Barsch hält es für Beute. Dafür einmal kurz zurück zum Speiseplan des Barsches.

Größere Barsche verspeisen zwar durchaus auch mal Fische bis zu 15 cm, aber Köder zwischen 5 und 10 cm passen am besten für Barsche aller Größen. In den Frühlings- und Sommermonaten beißen Barsch besonders gut auf aktive Köder, mit viel Bewegung. In den kälteren Monaten hingegen sind Barsche träge und wollen keinen großen Aufwand betreiben, um zu jagen. Dann gilt es also, den Köder langsam und ruhig zu führen oder ihn statisch an vielversprechenden Stellen anzubieten.

Die besten Kunstköder

Hier eignen sich Gummifische, Twister, Creaturebaits, Spinner, Wobbler oder auch Blinker. Passe die Köder dem an, was der Barsch auch natürlich jagen würde. Schaut euch dafür auch einfach mal um, welche Nahrung gerade viel im Wasser vorhanden ist.

Gummifische zwischen 5 und 10 cm sind in verschiedenen Farben erhältlich. Für trübe Tage und trübe Gewässer eignen sich am besten solche in grellen Farben wie hellgelb, neonoder dem beliebten Muster „Firetiger“. Diese Farben fallen besser auf, sind meist sehr uv-aktiv und erregen so die Aufmerksamkeit der gestreiften Räuber. Sorgt dafür, dass der Barsch den Köder nicht wieder aus den Augen verliert und genieße auch an trüben Gewässern und Tagen einen Fang nach dem anderen.

In klaren Gewässern eignen sich besser Gummifische in natürlichen Farben. Silbrige, bräunliche oder grünliche Färbungen sind in klaren Gewässern gut zu sehen. Gerade in den wärmeren Monaten mögen die Barsche jetzt die aktive Jagd und beißen sehr gut auf lebhaft geführte Köder.

Hier schlägt oft die Stunde von Stickbaits und flach laufenden Wobblern. Das Leben im Sommer, der besten Jahreszeit für die Barschjagd, spielt sich meist direkt unter der Wasseroberfläche ab. Oft ist das Brodeln an der Oberfläche zu beobachten und kleine Fische fliehen vor den Trupps der gierigen Räuber. Genau dort sollte Euer Köder hin. In Schlangenlinien laufende Stickbaits, oder ruckartig zur Seite schießende Twitchbaits lassen Euch wahre Sternstunden erleben.
Ist die Durchschnittsgröße der Barsche eher klein, versucht auch mal etwas größere Köder, die ihr eine „Etage“ tiefer anbietet. Oft stehen die größeren Barsche direkt unter ihren kleinen Artgenossen.
Übrigens, sind Barsche ausgesprochene Kannibalen und extrem futterneidisch. Köder im Barschdekor sind ein absoluter Renner und oft kaum zu schlagen.

Barschköder, aber natürlich: Naturköder

Barsche beißen auf Kunstköder, weil sie die Natur imitieren. Die Logik verspricht, dass Barsche also erst recht auf „den guten Stoff“ beißen. Besonders beliebt bei diesen Raubfischen sind Würmer aller Art. Regenwurm, Rotwurm, Mitwurm und Tauwurm eignen sich gut. Hierbei ist wichtig, dass sich der Wurm noch recht lebendig bewegt. Dementsprechend solltet ihr den Haken nur einmal durch den Körper des Wurmes ziehen, so kann er fleißig zappeln und für Aufmerksamkeit sorgen. Sind die „Lieblingswürmer“ nicht verfügbar, so könnt ihr auch Maden nutzen. Besonders zwei Maden an einem Haken locken gerne auch größere Exemplare an. Einige Angler schwören übrigens auf Kaffeesatz, um den Wurm aktiv zu halten.

Tote Köderfische eignen sich nicht unbedingt. Hier fehlt einfach die Action, welche die Stachelritter zum Anbiss verleitet. Trotzdem werden gerade kapitale Barsche ab und an als Beifang beim „Deadbaiten“ auf Zander oder Hecht gefangen.

Jetzt könnt ihr euch also für euren favorisierten Barschköder entscheiden und Euch auf in Richtung Wasser machen! Petri Heil und strammes Seil!

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