Heute bekommt der Zander sein Portrait. Dabei sehen wir uns die Lebensweise, Nahrung und den Steckbrief genau an. Wer Fragen zum Zander hat, der kann gerne einen Kommentar hinterlassen. Der Zander ist zwar im Drill beim Angeln kein Vergleich mit dem Hecht, dennoch ist er allein aufgrund seines hervorragenden Geschmacks ein beliebter Zielfisch.

Während der Hecht durch Eingriff der Menschen immer schwerer geeignete Laichplätze findet, ist der Zander hier klar im Vorteil. Nicht nur sein schnelles Wachstum, sondern auch seine ausgeprägten Sinne machen den Zander zu einem erfolgreichen, sich schnell verbreitendem Jäger. Er sieht nicht nur bei Dunkelheit oder trübem Wasser ausgezeichnet, sondern kann verglichen mit einem Barsch durch seine Schwimmblasenhörner auch ausgesprochen gut hören.

Zander Steckbrief

Wie immer kommen wir als erstes zum Steckbrief.

  • Deutscher Name: Zander
  • Synonyme: Stachelritter, Glasauge, Sander, Zahnmaul, Schill, Hechtbarsch, Fogasch, Zetti
  • Englischer Name: Pikepearch
  • Wissenschaftlicher Name: Sander lucioperca (Stizostedion lucioperca)
  • Entdecker: Linnaeus 1758
  • Art: Zander
  • Ordnung: Barschartige – Perciformes
  • Unterordnung: Percoidei
  • Klasse: Strahlenflosser – Actinopterygii
  • Teilklasse: Echte Knochenfische – Teleostei
  • Familie: Echte Barsche – Percidae
  • Gattung: Sander
  • Barschverwandte – Percomorphaceae
  • Typ: Raubfische
  • Zucht: Setzlinge und Speisefische
  • Verhalten: Fischräuber am Abend, in der Dämmerung und bei trübem Wasser
  • Besonderheit: sieht extrem gut
  • Verwechselungsgefahr: Walleye (Nordamerika), beim jungen Fischen – Flussbarsch, Zingel, Forellenbarsch, Schwarzbarsch
  • Größe: 130 cm
  • Gewicht: bis zu 19 kg
  • Alter: bis zu 20 Jahre
  • Körperbau: langgestreckt, Spindelform
  • Schuppen: kleine Kammschuppen, 80-97 auf Seitenlinie
  • Farbe: Rücken grün-grau, Bauch silber-weiß, teilweise oberhalb Streifen, braune Wolken oder dunkel gebändert, Kopf bräunlich marmoriert, Flossen teilweise schwarze Flecken
  • Kopf: zugespitzt
  • Maul: tief gespalten
  • Augen: groß, schwarz-gelb
  • Rückenflosse: zwei Rückenflossen (vordere Stachelstrahlen, hintere Gliederstrahlen)
  • Schwanzflosse: groß und stark ausgeprägt, symetrisch
  • Afterflosse: rund, 2 Stachelstrahlen, 11-13 Gliederstrahlen
  • Bauchflossen: brustständig
  • Flossenformel: Dorsale 1 XIII/XV, Dorsale 2 I-II/19-23, Anale II/11-13, Pectorale 15-16, Ventrale I/5
  • Zähne: lange Spitze Fangzähne, ungleichmäßig angeordnet, kleine Bürstenzähne (auch Kiemendeckel ist gezahnt)
  • Nahrung: Fische
  • Nahrungskonkurrent: Raubfische
  • Laichzeit: Frühjahr, abhängig von der Wassertemperatur (12-15° C, meistens April bis Juni)
  • Laichablage: in der Laichgrube
  • Laichtyp: Haftlaicher
  • Geschlechtsreife: Männchen = nach 2-4 Jahren, Weibchen = nach 3-5 Jahren
  • Fangzeit: ganzjährig, abzüglich der Schonzeit
  • Wassertyp: Süßwasser und Brackwasser, langsamer Fluss, Kanal, See (Große Gewässer mit mindestens vier Meter Wassertiefe)
  • Standort: Grund, Freiwasser – selten im Uferbereich
  • Verbreitung: Europa, Russland, Asien
  • Angelmethode: Raubfischangeln
  • Fangmethoden: Grundangeln, Spinnfischen, Posenangeln
  • Schnurmonofil 0,25 – 0,30; geflochten 0,10 – 0,20
  • Verzehr: sehr lecker, beliebter Speisefisch

Zander Lebensraum und Vorkommen

Der Stachelritter ist ein Raubfisch, welcher überwiegend bei Nacht oder in der Dämmerung jagt. Dazu nutzt er nicht nur seine scharfe Sicht, sondern auch sein sehr gutes Gehör. Tagsüber findet man eigentlich nur im trüben Gewässern oder an besonders dunklen und bewölkten Tagen eine Aktivität. Während man ihn in der Nacht und Dämmerung meistens in einer Gewässertiefe von vier bis sechs Metern antrifft, sucht er zum Schutz im Tageslicht tiefere Stellen auf. Von der Körpergröße her ist er der größte Fisch der Barschartigen in den Süßwasser-Gebieten Europas.

Zander unter Wasser

Der Zander präferiert als Gewässerboden einen harten Grund und trübes Wasser. Junge Zander sind häufig in der Gruppe unterwegs, während große Exemplare eher Einzelgänger in deutlich tieferen Wasserregionen des Freiwassers unterwegs sind. Kapitale Zander meiden eigentlich Uferbereiche und zu dicht bewachsene Gewässer.

Künstlicher Besatz

Inzwischen hat sich das Vorkommen durch künstlichen Besatz deutlich erweitert. Wissenschaftler und Umweltschützer sehen den Besatz in Gewässern, wo er eigentlich nicht heimisch ist, als kritisch an, da er ein sehr aktiver Räuber ist und somit für das Ökosystem wichtige Arten dezimiert. Man findet den Zander eigentlich in ganz Europa. In einzelner Ländern kommt er aber nur in bestimmten Gebieten, wie beispielsweise in Italien im Po vor. Sein natürliches Verbreitungsgebiet war in Deutschland ursprünglich die Elbe, die Oder und die Donau mit ihren Nebenflüssen. Durch Fischbesatz ist er auch im Rhein, der Mosel und in der Weser anzutreffen. Vom Rhein bis zum Ural, über Westasien bis zur Türkei gibt es am Kaspischen Meer Bestände.

In Amerika hat der Zander mit dem Glasaugenbarsch (Sander vitreus) einen nahen Verwandten. Das Walleye kommt überwiegend in Nordamerika vor und sieht unserem Zander zum Verwechseln ähnlich. Daher wird er auch als amerikanischer Zander bezeichnet. Aber nicht nur im Süßwasser sieht man ihn, sondern auch im Brackwasser, beispielsweise an der Ostsee. In Schweden findet man Ortschaften, die im Wappen einen Zander tragen.

In Osteuropa sind die Bestände sehr gering geworden und der Zander wird zum Verzehr in Aquakulturen gezüchtet. Wer in Deutschland einen Stachelritter nicht direkt am Meer isst, kann damit rechnen, dass es sich auch um einen Zuchtfisch aus Osteuropa handelt. Diese sind zwar ökologisch eher unbedenklich, aber bei vielen Züchtern wird mit Wildfang gefüttert. Wer das nicht will, sollte auf eine ökologisch einwandfreie Herkunft setzen.

Namensgebung und Bedeutung

Die vielen Namen des Zander sind geschichtlich und durch die unterschiedlichen Sprachräume bedingt. Im 16. Jahrhundert wurden die Begriffe Sander und Zander genutzt. Man findet Einträge des Begriffes Sander bis ins 20. Jahrhundert. Die einheitliche Schreibweise mit dem Anfangsbuchstaben „Z“ entstand ungefähr 1930. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem mittelniederdeutschen „sandat“ und hat wahrscheinlich seinen Ursprung im Slawischen in Osteuropa. In Westpreußen waren es die czandas, auf polisch sandacz und obersorbisch sandak.

In Teilen von Bayern wird auch das Wort Schill genutzt. Regionale Begriffe wie Amaul, Canat, Sandart, Zannat, Zant, Sandar, Sandart, Sandbarsch, Sandel, Saumert, Schiel, Schindel, Süllö (Plattensee) und Nachmaul. Wer in Österreich angeln geht wird in ungarischer Anlehnung Namen wie Fogosch oder Fogasch hören (auf Ungarisch bedeutet fogas „Zahn“).

Körperbau und Aussehen

Der Zander hat ein unglaublich schnelles Körperwachstum. Zugegeben: die 130 cm und 19 kg Maximalmaß sind nicht gerade häufig zu fangen und auch nicht jeder wird 20 Jahre alt. In etwa 10 – 15 Jahre sind ein gutes Durchschnittsalter. Der in Deutschland laut Aufzeichnungen größte gefangene Zander war 106 cm lang und wog ganze 15 kg. Er wurde in der Donau gefangen.

Wachstumsphasen Zander

  • 1 Jahr = 10-15 cm
  • 2-5 Jahre = 35-45 cm (geschlechtsreif)

Ein wahre Schönheit ist der Zander mit seinem feinen Kamm-Schuppenkleid und seinen diversen Farbtönen. Der grünlich grau-braune bis beigefarbene Körper mit dem silberweißen Bauch und der zum Teil transparenten Rückenflosse sind ein schöner Anblick. Dazu hat er eine leichte Streifung in Form von Querbändern, die von oben nach unten ausdünnend und verblassend verlaufen.

Wie alle Barschartigen hat der Zander zwei Rückenflossen. Die vordere Rückenflosse hat 13-15 Stachelstrahlen, die hintere 1-2 Stachelstrahlen und 19 Gliederstrahlen. Der zugespitzte Kopf hat ein tief, teilweise bis hinter die Augen gespaltenes und großes Maul. Er hat eine unregelmäßige Bezahnung mit extrem spitzen Hechelzähnen (Fangzähne) und große Hundszähne. Auch im vorderen Bereich der gesenkten Kiemendeckel findet man kleine Zähne. Die Kiemen haben einen nach hinten gerichteten Dorn. Die transparenten Brustflossen des Zanders sind bauchständig. Die große Schwanzflosse ist symmetrisch. Die Afterflosse hat zwei Stachelstrahlen und 11-13 Gliederstrahlen.

Zander geangelt

Zander Nahrung

Obwohl das Maul vom Zander auf den ersten Blick riesig aussieht, ist dieses in der Praxis ziemlich eng. Daher vergreift sich der Zander bei der Nahrungssuche meistens an besonders kleinen Fischen. In Frage kommen hierbei Plötze, Güster, Barsch und Ukelei. Aber auch vor Fischbrut macht er nicht Halt. Besonders junge Fische können sich auch von Mückenlarven und Würmern ernähren.

Fortpflanzung

Je mehr Kleinfisch-Bestand der Zander vorfindet, desto schneller vermehrt er sich. Im Frühjahr beginnt die Fortpflanzung, welche von den Temperaturen abhängig ist. Je nach Wetter ist im April bis Mai eine Wassertemperatur 12-15° C erreicht. Das sind die besten Voraussetzungen für die Fortpflanzung. Zur Fortpflanzung braucht man einen weiblichen und einen männlichen Zander, welche geschlechtsreif sind. Die Männchen sind mit 2-4 Jahren deutlich früher bereit zur Fortpflanzung. Die Damen sind nach 3-5 Jahren fortpflanzungsfähig.

Der Zander bevorzugt eine flache Laichgrube an Uferpunkten mit festem Boden. Dazu kommt er dem Ufer deutlich näher als sonst üblich, die Wassertiefe beträgt hier nur noch ein bis drei Meter. Die Grube wird mit der Schwanzflosse als erstes gründlich sauber gemacht.

Eiablage

Nun kann das Weibchen pro Kilogramm Körpergewicht ungefähr 120.000 bis 200.000 Eier legen und mit einer haftenden Hülle an einer Pflanze oder einem Stein befestigen. Diese werden befruchtet. Die Aufgabe des Männchens ist die Bewachung der Grube. Gefahren sind Laichräuber und Schlamm. Die Larven sind ca. 5 mm lang und schlüpfen bereits nach einer Woche.

Nach der Geburt brauchen sie bis zum vollständigen Verzehr des Dottersacks keine zusätzliche Nahrung. Sie gehen selbstständig dazu über, sich von Zooplankton zu ernähren. Sobald sie groß genug sind, fangen sie an zum Laichräuber bei anderen Fischarten zu werden. Wenn im September der Herbst einkehrt, werden die Jungfische bereits 5-10 cm lang sein.

Zander fangen

Den Zander angelt man am besten in der Dämmerung, Nacht oder an besonders trüben Tagen mit schlechtem Wetter. Einen Zander fangen will gelernt sein. Die vorsichtigen und scheuen Raubfische bekommt man entweder beim Spinnfischen mit Kunstködern, Fliegenfischen oder mit einem Köderfisch an den Haken. Beim Köderfisch sollte man darauf achten, dass der Köder auch der natürlichen Nahrung des Zanders entspricht, denn Brassen beispielsweise sind nicht so fängig. Auch die schlanke Körperform ist wegen der Enge des Mauls wichtig. Natürlich kann man auch Fischfetzen nehmen.

Gängige Köder sind:

Die Köder braucht man nicht so groß wie beim Hechtangeln wählen, hier reichen oft schon 5 cm bis hoch zu 20 cm. Auch hier ist wieder auf die Form zu achten. Wer mehr über das Zander angeln wissen möchte, findet auch dazu bei uns den passenden Beitrag.

Zander Geschmack

Wer einmal Zander gekostet hat wird sich wohl höchstens noch vom Dorsch oder der Scholle begeistert sein. Dieser Fisch hat nicht nur extrem wenig und gut sichtbare Gräten, sondern ist auch noch ausgesprochen lecker. Das weiße Fleisch erinnert vom Geschmack ganz leicht an Hecht, aber ist deutlich frischer und saftiger. Das Aroma ist sehr angenehm und er besitzt sehr geringe Fettwerte.

Man kann ihn braten oder dünsten. Kross gebraten schmeckt er besonders gut. Zander Rezepte gibt es viele, daher machen wir hierzu einen extra Beitrag.