Spinnfischen auf Hecht und Wels bei Nacht

Ich als eingefleischter Raubfischangler wusste bereits, dass es beim Zanderangeln nachts gut mit Kunstködern laufen kann. Aber das Spinnfischen auf Hecht und Wels bei Nacht. Kann das funktionieren?

Wie es manchmal im Leben so läuft, bringt einen der Zufall oft ein paar Schritte weiter. Ich und ein Freund wollten an einem warmen Sommerabend ein paar Angelkollegen an einem Vereinsgewässer besuchen. Ein bisschen quatschen und etwas grillen, warum also nicht die Spinnrute mit einpacken und ein paar Würfe mit den neuen Gummifischen riskieren? Wie es dann oft so ist, waren wir viel später als gedacht am Gewässer und die Dunkelheit hatte schon eingesetzt. Jetzt war es eh schon zu spät um ausgiebig zu fischen, also noch ein bisschen Angelgeschichten austauschen. Bevor das Essen fertig war, entschloss ich mich doch noch ein paar Würfe zu machen. Also ab an eine gute Stelle, mit einer steil abfallenden Kante und einer weiter draußen liegenden Sandbank. Zweiter Wurf, heftiger Biss. Auch beim nächsten Wurf gab es wieder einen mega Einschlag. Der Gummifisch war total zerlegt, nur der Angreifer hing leider nicht.

Großer Hecht nachts gefangen

Die Nacht ist immer für eine Überraschung da. Timo, Petri Heil für den Megahecht!!!

 

Ich habe es in den letzten Jahren immer wieder versucht, für mich perfektioniert und die Erfahrung gemacht, dass besonders im Sommer, wenn die Fische tagsüber so absolut gar keine Lust haben zu beißen, sie in der Dunkelheit anfangen zu rauben.

Doch warum ist das so?
Ist es die kühlere Temperatur?
Ziehen die Futterfische nachts an andere Standorte?

Nicht alles lässt sich genau begründen. In meinem Hausgewässer hat sich herausgestellt, dass speziell nachts die großen Hechte oft sehr aktiv an den Kanten zu flachen Gewässerabschnitten oder am Rand von Unterwasserbergen rauben.

Als besonders fängig haben sich Köder herausgestellt, die eine starke Druckwelle erzeugen und eine hoch uv-aktive Farbe besitzen.
Die 25cm Pulsetail-Trout von Savage Gear zum Beispiel. Bei dieser Angelei braucht der Köder meist gar nicht besonders tief angeboten werden, da die Hechte problemlos mehrere Meter nach oben schießen um ihre Beute zu attackieren.

In Gewässern in denen es außer Hechten auch Welse, Zander oder Barsche gibt, funktioniert das Ganze natürlich auch sehr gut. Besonders beim Fischen mit großen Ködern auf Hecht, kann es jederzeit passieren das ein guter Wels einsteigt. Ein spannendes Erlebnis, was auch ich schon genießen durfte.

In einer schwül-warmen Sommernacht war ich mit einem guten Freund auf meinem Hausgewässer unterwegs um ihm zu zeigen, dass das Spinnfischen nachts richtig gut funktionieren kann. Es war komplett dunkel und es bewegte sich kein Lüftchen. Eigentlich nicht die besten Voraussetzungen, aber dennoch wollten wir es versuchen. Wir fuhren mit dem Boot in eine Ecke vom See, in der eine steile Kante von etwa 4 Metern Wassertiefe auf unter einen halben Meter ansteigt. Die ersten Würfe mit einem 25cm Heringshad von Savage Gear am 20 Gramm Jigkopf brachten keinen Erfolg. Erst als ich auf die 25cm Pulsetail-Trout in der Farbe Albino wechselte, kam im Flachwasser, direkt an der Kante ein harter Einschlag.

Nach einem kurzen und harten Drill kam ein guter Wels an die Wasseroberfläche.

Wels Gummifisch

Wels am Gummifisch bei Nacht

Timo Wels Landehandschuh

Kapitaler Wels in der Nacht

Es war zwar nicht der erhoffte Zielfisch, in Form einer dicken Hechtmutti, aber solch einen Beifang möchte ich natürlich nicht beklagen.

Für mich definitiv eine spannende Angelei, bei der man auf jeden Fall deutlich konzentrierter fischt als am Tage und die so manche dicke Überraschung bereithält.

Euch allen Petri Heil Euer Timo.