Rotauge – Alles Wissenswerte rund um den Fisch

Das Rotauge ist ein recht häufig vorkommender Friedfisch, der sehr anpassungsfähig und anspruchslos ist. Nach dem Hecht und dem Flussbarsch ist der Fisch der dritthäufigste in unseren heimischen Gewässern. Gemeinhin bezeichnet man ihn auch als Plötze. Regional hat der Fisch noch viele andere Namen, wie zum Beispiel Schwal, Schmal, Rotaschel, Rottel, Ridde oder auch Zicke. Oft wird das Rotauge mit der Rotfeder verwechselt, doch man kann beide recht gut voneinander unterscheiden. Lernt deswegen heute alles über die Plötze, ihr Aussehen, ihre Lebensweise, die Fortpflanzung und Ernährung und holt euch ein paar Tipps zum Rotauge angeln.

Rotauge Steckbrief

Synonyme: Plötze, Schwal
Englischer Name: Rutilus rutilus
Wissenschaftlicher Name: Rutilus rutilus
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Größe: bis zu 50 Zentimeter, der Durchschnitt liegt bei 15 bis 30 cm
Gewicht: bis zu 2,6 Kilogramm, durchschnittlich aber um die 250 g
Alter: maximal 14 Jahre
Körperbau: in Flüssen recht schlank,  in Seen eher hochrückig
Schuppen: vollständig beschuppt, mLR 40-45
Farbgebung: Grundfärbung graugrün bis silbergrau, Flossen orange bis rot,
Augen: orange bis rot
Flossenformel: D III/9-11, A III/9-11, P I/15, V II/8
Maul: endständig, Mundspalte klein
Zähne: Schlundzähne
Nahrung:  Plankton, Kleintiere, Wasserpflanzen, Rotaugenfutter
Laichzeit: April bis Mai
Laichort: flache und krautreiche Uferbereiche
Hauptfangzeit: Sommer und Herbst
Angeltechnik: Grundangeln, Posenfischen, Stippfischen

plötze angeln mit stipprute

Rotauge Verbreitung und Lebensraum

Das Rotauge, oder auch die Plötze, wie den Fisch viele nennen, lebt  fast in ganz Europa und in Nordasien in fast allen Arten von Süßwassergewässern. Der Schwarmfisch ist recht anspruchslos und besiedelt daher stehende und fließende Gewässer und ist sogar im Brackwasser der Nord- und Ostsee, den Bodden und Haffen, zu finden. Auch im Gebirge fühlen sich die Rotaugen wohl. In Höhen bis zu 1000 Metern könnt ihr sie in den Seen finden.  IN einigen Gebieten wurden die Rotaugen trotz aller Anspruchslosigkeit nicht heimisch. Dazu zählen Island, Italien, einige Gebiete in Nordskandinavien und der Balkan. Die Plötzen leben auch in Nordafrika und Australien, weil sie dort durch Menschen angesiedelt wurden. Teilweise bedrohen sie aber dort die heimischen Fischarten. In den Sommermonaten halten sich die Plötzen meist im pflanzenreichen Uferbereich auf. Im Winter ziehen sich die Schwärme in tiefere Gebiete zurück.

Körperbau und Merkmale der Rotauge

Die Körperform der Plötze ist ein bisschen abhängig davon, in welchem Gewässer sie lebt und wie alt sie ist. Grundsätzlich sind Rotaugen in Flüssen etwas schlanker als die Seebewohner. Im Laufe der Zeit wird der Fisch immer hochrückiger. Allen gemeinsam ist die rote Iris, die dem Fisch den Namen gibt. Auch die Färbung kann je nach Lebensraum variieren. Am Rücken sind Rotaugen zumeist dunkelgrün bis blaugrün gefärbt, die Seiten glänzen silbern mit einem gelblichen Schimmer. Der Bauch ist weißlich. Plötzen in Seen haben meist eher golden als silbern schimmernde Flanken.

Das Maul des Fisches ist endständig mit einer recht kleinen Mundspalte. Wie alle Karpfen besitzt das Rotauge Schlundzähne, mit der die Nahrung zerkleinert wird. Die Rücken- und Schwanzflosse sind grau, Brust- und Bauchflossen gelblich bis rötlich. Auch die Afterflosse schimmert meist etwas gelblich oder rötlich. Rotaugen können bis zu 50 Zentimeter groß und 12 bis 13 Jahre alt werden. Die meisten Exemplare sind allerdings viel kleiner (um die 20 Zentimeter) und erreichen das maximale Alter in der Regel nicht. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei 300 Gramm, besonders große Rotaugen können bis zu einem Kilogramm wiegen.

Rotauge bzw. Plötze im Winter auf Eis

Unterschied zwischen Rotauge und Rotfeder

Viele Hobbyangler verwechseln die Rotauge gern einmal mit der Rotfeder. Die Rotfeder ist eine verwandte Art und daher sehen sich beide Fische tatsächlich sehr ähnlich. Man kann beide aber vor allem durch den Stand der Flossen gut auseinander halten. Beim Rotauge beginnt die Rückenflosse deutlich hinter der Bauchflosse, bei der Rotfeder sitzen die Flossen sich auf gleicher Höhe gegenüber. Auch das Maul unterscheidet sich, denn das der Rotfeder ist oberständig, während das des Rotauges endständig ist. Weitere Unterscheidungsmöglichkeiten findet ihr natürlich bei den Augen, die beim Rotauge richtig rot, aber bei der Rotfeder eher orange bis gelb sind und bei der Anzahl der Schuppen auf der Seitenlinie. Bei der Rotfeder sind die 40 bis 42 an der Seitenlinie und beim Rotauge zwischen 39 und 48. Schlussendlich ist auch die Bauchkante beider Fische unterschiedlich. Beim Rotauge ist diese zwischen Bauch- und Afterflosse gerundet, bei der Rotfeder gekielt.

Wer mehr über die Verwandte der Rotaugen erfahren möchte, liest am besten unser Fischportrait zur Rotfeder.

Rotauge Ernährung

Rotaugen sind nicht nur bei der Wahl ihres Lebensraumes, sondern auch bei der Nahrung wirklich anspruchslos. Sie fressen überwiegend Zooplankton und Kleintiere wie Schnecken, Würmer, Muscheln, Insektenlarven und kleine Krebse. Auch Wasserpflanzen stehen auf dem Speiseplan. Wasserpest, Tausendblatt und Wasserlinsen schmecken ihnen besonders gut.

Fortpflanzung der Rotaugen

Die Plötze lebt in großen Schwärmen und laicht auch in diesen ab. Manchmal wandern die Rotaugen zum Laichen auch etwas flussaufwärts in flache und pflanzenreiche Uferregionen. Sie legen ihre recht klebrigen Eier auf Wurzeln, Pflanzen, dem Grund oder auch Steinen ab. Plötzen sind also Haftlaicher. Sind die Gewässer reguliert, dann sind die Fische aber auch dazu fähig, im frei strömenden Gewässer abzulaichen. Die Plötzen laichen im April und Mai bei einer Wassertemperatur von mindestens 10 Grad Celsius. Jedes Rotauge legt zwischen 50.000 und 100.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht ab. Die Fische werden mit 2 bis 4 Jahren geschlechtsreif. In der Laichzeit haben die Bäuche der Fische einen rötlichen Glanz und es bildet sich, wie zum Beispiel auch bei der Barbe, ein weißlicher Laichausschlag.

plötze angeln

Die Larven schlüpfen nach fünf  bis 12 Tagen. Erst nachdem sie in 3 bis 8 Tagen ihren Dottersack aufgezehrt haben, sind sie schwimmfähig. Nun beginnen Sie Wasserpflanzen und Plankton zu futtern bis sie mit zunehmenden Alter auch Kleintiere zu sich nehmen. Rotaugen sind äußerst vermehrungsfreudig und es schlüpfen und überleben sehr viele der Jungtiere. Aber sie wachsen sehr langsam. Ist eine Plötze zum Beispiel 20 Zentimeter groß, so ist sie meist schon um die zehn Jahre alt.

Das Rotauge als Speisefisch

Rotaugen sind vor allem in den osteuropäischen Regionen beliebte Speisefische. Sie haben ein festes weißes Fleisch, dessen Genuss leider von vielen Gräten geschmälert wird. Deswegen legt man die Plötze gern in Essig ein, damit die Gräten sich auflösen. Viele Rotaugen landen auch als Fischfrikadelle auf dem Teller. Auch pochierte Fischklöße sind eine tolle Zubereitungsart für das Rotauge. Wenn ihr mit den Gräten kein Problem habt, dann könnt ihr die Plötze im Ganzen backe, braten oder grillen. Wer lieber auf die Gräten verzichten will, filetiert den Fisch und bereitet ihn dann zu.

Tipp:  Räuchert die Rotaugen mit der Haut und den Schuppen, damit sie nicht zu trocken werden. Viele behaupten, sie würden besser als geräucherte Forelle schmecken.

Mann angelt Rotaugen

Rotauge angeln

Die Plötzen kann man das ganze Jahr über angeln.Am besten geht es mit einer Stippangel, Pose und kleiner, leichter Montage. Aber auch Grundangeln mit Futterkorb verspricht gute Erfolge. Als Köder eignen sich kleine Tiere wie Maden, Würmer, Muschelfleisch oder Insektenlarven. Wer auf tierische Köder verzichten möchte, probiert es einfach einmal mit Hanf- oder Wickensamen. Nehmt eine dünne Schnur, um die Tiere nicht zu verschrecken.  Wichtig beim Plötze angeln ist das Anfüttern. Richtig große Plötzen sind etwas schwerer zu fangen, denn die scheuen Tiere halten sich in tieferen Gewässerebenen unter dem Schwarm auf. Die beste Tageszeit zum Angeln von Rotaugen sind die frühen Morgen- und Abendstunden.

plötze angeln

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