Quappenangeln – Tipps für mehr Fangerfolg

Quappen sind bei den meisten Anglern nicht sehr bekannt und das Aussehen erinnert an ein Urzeitwesen. Dabei gibt es die Quappen auch bei uns in Deutschland. Wir zeigen heute, wie man beim Quappenangeln die Fangchancen deutlich erhöht. Dabei sehen wir uns die Montage und die Köder an – alles was man wissen muss zum Quappen schnappen. Wer noch mehr Tipps parat hat, der hinterlässt einen Kommentar.

Die beste Fangzeit zum Quappenangeln

Quappen fängt man nicht das ganze Jahr. Von November bis März beginnt die Saison und nur die harten Angler harren in dieser kalten Jahreszeit nachts am Wasser aus. Sobald das Wetter frostig wird, werden die Süßwasserdorsche aktiv. Da es in dieser Jahreszeit schon früh dunkel wird, kann man auch früh mit dem Nachtangeln beginnen. Sobald die Dämmerung einsetzt, ab ungefähr 18 Uhr, beginnt man mit dem Quappenangeln. Dabei muss man nicht mal die ganze Nacht am Wasser ausharren, sondern kann kann mit dem Quappenangeln um 23 Uhr schon Schluss machen. Obwohl die frostige Jahreszeit die beste zum Quappenangeln ist, hat man an Tagen, welche etwas wärmer sind und schlechte Sicht haben, wie durch bedeckten Himmel, Schnee und Regen, die meisten Erfolge.

Der beste Ort zum Quappenangeln

Quappen kommen in tiefen Seen und in Flüssen vor, doch hat man im Fluss die besten Fangchancen. Doch Vorsicht: nicht in jedem Bundesland darf man Quappenangeln, denn einige haben eine ganzjährige Schonzeit. Weiter unten erfahrt ihr, wann man Quappen angeln darf.

Der Grund, warum die Flüsse die besten Fangchancen bieten, liegt im Verhalten der Quappen. Sobald das Wasser um die 10° C kalt wird, beginnt der Süßwasserdorsch den Fluss hinaufzuwandern. Das Ziel ist die Fortpflanzung. Die besten Stellen zum Quappenangeln sind:

  • tiefe Stellen im Fluss
  • Flussmündungen
  • Hafeneinfahrten
  • Brücken

Doch bevor man der Quappe nachstellt, muss man prüfen, ob das Gewässer überhaupt Quappen bereitstellt.

Quappenangeln Köder

Da die Quappen sich sehr stark mit ihrem Geruchssinn orientieren, hat man die besten Chancen mit einem stark riechenden Köder. Doch man kann mit Lockstoffen auch künstlich nachhelfen und Köder, welche nicht stark riechen pimpen. Bei den Duftstoffen sind Krebs- und Fischgerüche sehr beliebt.

Hering steht bei den Quappen hoch im Kurs. Dabei zerteilt man den Hering in mehrere Fetzen. Der ein oder andere Angler wird jetzt sagen, dass sei Unsinn, weil der Hering im Lebensraum der Quappe gar nicht vorkommt. Man kann natürlich auch einen Weißfisch zerkleinern, aber wer schon mal Hering ausprobiert hat, der wird merken, dass der stark riechende Fisch mit seinem hohen Fettanteil extrem gut bei den Quappen ankommt.

Quappe am Haken

Lebendigere Köder

Auch Würmer und Maden sind fängige Köder beim Quappenangeln, allerdings da die Jahreszeit und die Nacht sehr kalt ist, hängt der Wurm in der Regel fast regungslos am Haken. Das kann man ändern. Man nimmt einfach ein Heatpack und legt es neben die Wurmdose. So wird der Wurm auch am Haken zappeln.

Während viele Fische weg sind, sobald sie Licht sehen, lockt man die Quappe damit an. Leuchtende Köder und Leuchtperlen sind hervorragend geeignet.

Die Quappe schluckt den Köder tief herunter. Das ist besonders unschön, wenn die Quappe noch nicht groß genug ist und man ihr Inneres zerfetzen würde. Hierbei kann ein Circle Hook Abhilfe schaffen. Er greift in der Regel im vorderen Bereich des Mauls und macht das Entfernen des Hakens besonders leicht und schmerzlos für den Fisch. Ansonsten sollte man darauf achten, dass man einen dünn-drahtigen 4er bis 6er Haken wählt. Diese Größe hat sich bewährt.

Quappen Montage und Ausrüstung

Bei der Montage beim Quappenangeln hat man einige Möglichkeiten. Egal welche Montage man wählt, man sollte darauf achten, dass die Bissanzeige sehr sensibel ist. Zwar schnappt die Quappe schnell nach dem Köder, aber sie bewegt sich in den meisten Fällen danach nicht mehr. Daher erfährt man teilweise nicht, dass man eine Quappe am Haken hat. Mit einer Feederrute hat man die besten Chancen einen Biss zu erkennen, denn die sensible Spitze wird ausschlagen. Zusätzlich kann man ein Knicklicht oder eine leuchtende Aalglocke anbringen. Aber auch Aalruten und Karpfenruten kann man zum Quappenangeln nutzen. Wichtig ist, dass die Spitze sensibel ist und die Angelrute mit schwere Wurfgewichten zurecht kommt.

Bei der Rolle sollte man auf ein robustes Modell mit einer Größe von 2000 bis 4000 zurückgreifen. Bei der Hauptschnur gilt es sich die Wetterbedingungen genau anzugucken. Wenn Frost herrscht, dann sollte man eine monofile Schnur (0,20 bis 0,25 mm) wählen, wenn das Wasser frostfrei ist, dann wählt man eine geflochtene Hauptschnur (0,12 bis 0,14 mm). Je steiler man die Angelrute aufstellt, desto besser hält man sie vom Frost frei.

Die einfachste Montage ist die wie beim Aalangeln. Dabei wird das Anti-Tangle-Röhrchen mit Karabiner, an dem man das Blei einhängen kann, auf die Hauptschnur gefädelt. Am Ende der Schnur macht man einfach einen Karabinerwirbel, an dem man das Vorfach (0,16-0,18 mm; 50 bis 70 cm lang) einhängen kann. Es wird durch ein Perle geschützt.

Im Winter führt der Fluss mehr Wasser als im Sommer, das muss man auch bei der Montage beachten. Deshalb wählt man ein flaches Blei, um der Strömung keine Angriffsfläche zu bieten. Das Gewicht liegt ungefähr zwischen 60 und 120 Gramm. Je schwerer das Blei ist, desto besser wird es der Strömung Stand halten.

Schonzeit und Mindestmaße Quappen

  • Baden-Württemberg: 01.11. bis 28.02. 30 cm
  • Bayern: 30 cm
  • Berlin: 30 cm
  • Brandenburg: 30 cm
  • Bremen: 35 cm
  • Hamburg: 35 cm
  • Hessen: ganzjährig
  • Mecklenburg-Vorpommern: 01.01. bis 15.02. 30 cm
  • Niedersachsen: 35 cm
  • Nordrhein-Westfalen: ganzjährig
  • Rheinland-Pfalz: ganzjährig
  • Saarland: ganzjährig
  • Sachsen: ganzjährig
  • Sachsen-Anhalt: 30 cm
  • Schleswig-Holstein: ganzjährig
  • Thüringen: ganzjährig
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1 Kommentar

  1. Hari

    Also gestern im Fluss bei 25 grad 3 Stück mit knapp 60 cm gefangen.man fängt sie auch im Sommer

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