Das Grundwissen über den Karpfen haben wir bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Heute geht es darum, den Karpfen zu fangen. Wir zeigen alle Infos zum Karpfenangeln, von der richtigen Stelle, den Ködern, der korrekten Montage und dem Landen. Natürlich kommen auch Tipps und Tricks nicht zu kurz.

Beim Karpfenangeln lernt man oft einige verrückte Personen kennen, doch auch man selbst sollte ein wenig verrückt sein, um die Jagd auf den kapitalen Karpfen zu meistern. Hier sind nicht nur normaler Ehrgeiz und Ausdauer gefragt, sondern ein Quantum Wahnsinn – denn welcher normale Angler harrt schon in der Kälte Nächte lang aus oder sitzt in brennender Sonnenhitze, um Fische zu fangen?

Beim Karpfenangeln ist nicht nur ein wenig Glück gefragt, sondern auch Geschick und Taktik. Umso interessanter macht es das Karpfenanglen für passionierte Naturliebhaber.

Karpfenangeln Montagen und Methoden

Beim Karpfenangeln gibt es einige Montagen, die man wählen kann. Wir stellen hier jede einzelne ausführlich vor und zeigen, auf was man alles achten muss. Viele Angler verbrauchen extrem viel Zeit mit anspruchsvollen Rigs, anstatt einfach zu fischen. Hier muss man sagen, manchmal ist weniger mehr. Grundsätzlich gibt es hierbei vier Formen:

  • Laufbleimontage
  • Festbleimontage
  • Feedermontage
  • Posenmontage

Jede Montageart hat ihre Vorteile und Nachteile. Beginnen wir mit der guten alten Pose.

Karpfenangeln mit Pose

Beim Karpfenangeln mit Pose wird der Köder am Boden des Gewässers präsentiert und man angelt häufig vom Ufer aus. Die Pose dient dazu, einem den Biss des Karpfens anzuzeigen. Bei der Montage mit der Pose benötigt man besonders wenig Blei, in der Regel reichen 3-5 Gramm. Besonders beim Angeln im Winter ist die Posenmontage sehr beliebt. Der sehr vorsichtige Karpfen ist hier nicht so misstrauisch wie bei anderen Montagearten. Der große Nachteil der Montage mit Pose ist die minimale Wurfweite durch ihr geringes Gewicht.

Da man beim Angeln mit der Pose Sichtkontakt zur Pose braucht, sollte man in der Dämmerung und in den Morgenstunden unbedingt ein Knicklicht nutzen. Damit man den Biss auch deutlich erkennt, sollte man die Tiefe des Stoppers genau justieren. Im Video unten seht ihr das Verhalten der flach auf dem Wasser liegenden Pose, welche beim Biss aufrecht gezogen wird, nochmal deutlich genauer. Im Grunde ist der normale Ablauf, dass sich die flach liegende Pose als erstes aufstellt und dann anfängt zu wackeln. Danach geht die Pose für eine Weile auf Tauchgang und kommt nach einer mehr oder weniger langen Zeit wieder zum Vorschein. Sobald man die Pose wieder zu Gesicht bekommt, ist die richtige Zeit, den Anschlag zu setzen.

Den Haken bestückt man am besten so, dass dieser komplett vom Köder ummantelt ist. Sowohl der Schaft als auch die Hakenspitze dürfen nicht mehr zu sehen sein, ansonsten wird es schwer den Karpfen reinzulegen. Der gesetzte Anschlag muss so stark sein, dass er durch den Köder durchhakt und im Maul des Karpfens landet bzw. sich dort verhakt. Damit das auch ohne große Gewalt gelingt, ist darauf zu achten, dass der Köder möglichst weich ist. Teig, Mais und auch Wurm eignen sich sehr gut.

Karpfenangeln

Laufbleimontage

Die Laufbleimontage ist die erste Wahl beim Karpfenangeln. Sie ist nicht nur besonders leicht, sondern wird auch am häufigsten eingesetzt. Man hat die Hauptschnur und führt diese durch das Blei. Hierbei nimmt man ca. 20 bis 40 Gramm. Nun kommt eine Gummiperle und dann das Hakenvorfach. Sobald der Karpfen anbeißt, zieht er die Schnur durch das Laufblei und merkt den Widerstand nicht. Jetzt hat man ausreichend Zeit den Anschlag zu setzen.

Festbleimontage

Die Festbleimontage wird auch Selbsthakmontage genannt. Der Name leitet sich aus dem Fangvorgang ab. Im Grunde ähnelt es auf den ersten Blick der Laufbleimontage, nur mit dem Unterschied, dass das Blei nicht frei an der Schnur läuft, sondern fixiert ist. Sobald der Karpfen den Köder schnappt und weiter als die Vorfachlänge davon schwimmen will, sorgt das deutlich schwerere Blei dafür, dass der Haken sich ins Maul des Karpfens reißt und selbst hakt. Der Köder wird bei diese Montageart nicht direkt am Haken befestigt, sondern an einem Haar, welches man am Haken fixiert.

Der Haken selber bleibt unbestückt. Wenn der Karpfen den Köder sieht, dann saugt er ihn ein, bei diesem Vorgang wird der nicht weit entfernte Haken mit eingesaugt. Der Karpfen wird den Haken spüren und ihn ausspucken, dabei verhakt sich im Idealfall der Haken in der Lippe. Sobald der Haken die Lippe durchsticht, bekommt der Karpfen einen Schreck und tritt zur Flucht an, dabei sticht der Haken durch das schwere Gewicht noch tiefer ins Fleisch.

Feedermontage

Der Unterschied zwischen Laufbleimontage und Feedermontage ist der Einsatz eines Futterkorbs, welcher eine Art Spirale ist. Dieser ersetzt das Blei. Der Futterkorb wird mit Feederfutter bestückt, welches sich am Grund des Gewässers langsam aus dem Korb verteilt. Dadurch entsteht ein lockendes Futterparadies am Bodengrund, welches den Karpfen nahezu einlädt. Diesen Vorgang wiederholt man immer wieder, dadurch wird eine hohe Lockwirkung erzielt. Das Karpfenangeln mit Futterkorb erzielt oft sehr gute Erfolge, aber ist gerade für Anfänger manchmal schwierig anzuwenden. Mit etwas Übung gelingt es aber auch.

Das Feederangeln auf Karpfen ist inzwischen eine Wissenschaft für sich, es gibt enorm viele Varianten dieser Montage und man kann es mit einer Kunst vergleichen. Das Ergebnis sind oft große Prachtexemplare, die den Aufwand rechtfertigen. Im Vergleich zu den anderen Montagearten ist es die aktivste und anstrengendste beim Karpfenangeln.

Grundangeln ohne Pose

Man kann auch ohne Pose auf Grund angeln. Es ist die wohl ursprünglichste Form des Karpfenangeln. Man braucht eigentlich nicht mehr als eine Angelrute, Schnur, Blei und den passenden Haken – ach ja den Köder darf man nicht vergessen. Der große Vorteil im Gegensatz zum Posenangeln ist, dass man durch viel oder schweres Blei ordentlich Gewicht aufbringen kann und damit auf große Distanz auswerfen kann. Hier ist man nicht an die Ufernähe gebunden, sondern kann auch entlegene Stellen befischen. Auch bei Wasserbewegung wird der Köder nicht weitergespült, sondern bleibt an der gewählten Stelle liegen. Daher wird diese Variante nicht nur bei starkem Wind gerne verwendet, sondern auch bei erhöhter Strömung. Hierbei braucht man aber unbedingt einen Bissanzeiger, ansonsten verpennt man den Biss. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht ununterbrochen die Pose im Auge behalten muss.

Karpfenangeln fetter Karpfenfang

Angeln an der Oberfläche

Wenn man die Karpfen an der Oberfläche beim Sonnenbaden sieht, dann ist es die richtige Zeit auf eine der ältesten Methoden zurückzugreifen. Es ist das Angeln mit Schwimmbrot gemeint. Diese Angelmontage ist fast schon ausgestorben, da die meisten Angler nur noch mit Boilies und anderen Expertenködern ihr Glück versuchen, was nicht immer nachvollziehbar ist, da Schwimmbrot nicht nur günstig ist, sondern in der Regel beachtliche Erfolge erzielt. Hierbei wird der Köder nicht wie bei den anderen Montagearten am Grund angeboten, sondern an der Oberfläche.

Wenn die Karpfen sich an der Oberfläche des Sees zeigen ist Schwimmbrot nicht nur eine gute Alternative, sondern in der Regel die einzig erfolgreiche Methode für einen guten Fang.

Als Schwimmbrot kann man viele Brotprodukte verwenden:

  • Fladenbrot
  • Schwarzbrot
  • Toastbrot
  • Semmel
  • Wecken

Das sind nur Beispiele, eigentlich kann man jeden Teig nehmen, der hart ist und schwimmt.

Beim Anbringen des Hakens gibt es viele Möglichkeiten. Hier wird jeder Karpfenangler seine eigene Art empfehlen und erzählen, dass es die beste Methode sei, die es gibt. In der Regel baden die Karpfen an der Oberfläche des Sees in der Seemitte. Daher kommt man mit einer leichten Montage nicht weit, also brauchen wir ein Gewicht, das schwer genug ist.

Montage mit Schwimmkugel

Die meisten Angler verwenden eine Schwimmkugel. Dies ist meistens eine transparente Plastikkugel, welche innen hohl ist und mit Wasser befüllt werden kann. Wie der Name schon sagt, schwimmt sie. Durch das hohe Gewicht der Wasserfüllung kommt man auf enorme Reichweiten beim Wurf.

Montage mit Grundblei

Hier erreicht man einen weiten Wurf durch ein zusätzlich angebrachtes Blei. Diese Montageart ist ausschließlich für flache Gewässer oder das Angeln in Ufernähe gedacht, da man bei tiefem Wasser den Anschlag nicht richtig setzen könnte. Er wäre zu schwach und die Gefahr ist zu groß, dass der Haken nicht sitzt und der Fisch weg ist. Schön ist, dass das Gewicht das Brot ein wenig unter Wasser zieht. Das ist bei allen anderen Montagearten nicht der Fall.

Montage ohne Schnickschnack

Manchmal ist der ohnehin schon vorsichtige Karpfen besonders misstrauisch ist, dann kann man Blei und Schwimmkugel an Land lassen und einfach nur mit Haken und Schnur angeln. Natürlich kommt man hiermit nicht sehr weit, aber oft treibt das gute Schwimmbrot ein Stück weiter und man fängt auch die vorsichtigen Fische.

Große Distanzen beim Karpfenangeln

Die besten Stellen zum Karpfenageln sind oft extrem weit vom Ufer entfernt und somit steht man vor der schwierigen Aufgabe, entweder lange Zeit auf dem Boot zu verweilen, was schnell zum Alptraum werden kann, oder eine andere Lösung finden. Hierzu braucht man trotzdem erstmal ein Boot.

Der erste Schritt ist, vom Boot die geeignete Stelle anzufüttern. Damit man nicht später verzweifelt versucht, die Stelle wiederzufinden, kann man einfach eine Boje setzen. Damit man diese gut sehen kann, sollte man sie wie eine Pose mit Knicklichtern bestücken. Nun wählt man das geeignete Angelcamp. Hierbei sollte man auf zwei Punkte achten – einmal, dass das Camp möglichst nahe an der Futterstelle ist und zweitens, dass dazwischen nicht viel Kraut, Äste oder Bäume liegen, ansonsten verheddert sich die Schnur beim Drill. Auch flache Sandbänke können beim Drill gefährlich werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann sich bei einem Biss in der Ferne ins Boot schwingen und dem Karpfen entgegenfahren. Wer sich nicht auf den Karpfen zubewegt, muss damit rechnen, dass dieser loszieht und die Angelschnur um Äste, Stöcke und durch Kraut zieht. Das Resultat ist hier oft einfach nur Köder-, Fisch- und Schnurverlust.

Ausreichend Schnur

Achtet auch darauf, dass die Rolle auf Freilauf eingestellt ist und ausreichend Fassungsvermögen für Schnurr in entsprechender Länge hat. Wer in 150 Metern Entfernung angelt, braucht nicht nur die 150 Meter auf der Rolle, sondern muss auch bedenken, dass der Fisch nochmal zig Meter loszieht. Besonders bei einer solch großen Entfernung kann der Karpfen in der Zeit bis man bei ihm ist, locker bis zu 100 Meter wegschwimmen. Für Distanzangeln sind 400 Meter Schnur auf der Rolle eine gute Wahl.

Monofile Schnur ist beim Distanzangeln nicht zu empfehlen, da hier eine unglaublich große Dehnung entsteht. Zum einen hat man so kein Gespür für den Drill und zum anderen müsste man bei den hohen Gewichten eine unglaublich dicke Schnur wählen. Eine geflochtene Schnur ist hier die erste Wahl. Sie gibt einem die nötige Sicherheit auf bei stärkerem Wind oder Strömung.

Boilies

Karpfenangeln Köder

Köder zum Karpfenangeln gibt es viele. Der Karpfen ist nicht nur extrem vorsichtig, sondern auch ein echter Gourmet. Es gibt zum Karpfenangeln Köder, die bei anderen Fischarten auch genutzt werden, aber auch spezielles Futter. Dabei unterscheidet man Futter zum Anfüttern und zum Fangen. Grundsätzlich sollte man auf hochwertiges Futter achten. Häufig ist zu beobachten, dass billige Boilies mit niedrigem Nährwert vom Karpfen verschmäht werden, besonders wenn viel Nahrung zur Verfügung stellt. Hier punkten dann ausgefallene und hochwertige Köder deutlich besser. Wer denkt, dass nur Boilies gute Karpfenfänger sind, der irrt sich, alle anderen Köder werden auch gerne vertilgt.

Die beliebtesten Köder sind:

  • Boilies (Eiweißkugeln)
  • Schwimmbrot
  • Tigernüsse
  • Mais
  • Kichererbsen
  • Hanf
  • Würmer
  • Maden
  • Schnecken
  • Fischfilet
  • Hundefutter
  • gebratenes Fleisch
  • Obst
  • Käse

Anfüttern

Man beobachtet häufig, dass Angler den Karpfen schon beim Anfüttern so sehr mästen, dass die Fische gar nicht mehr Nahrung aufnehmen können und so kein Interesse mehr besteht, den eigentlichen Köder aufzunehmen. Mais, Tigernüsse und auch Fertigboilies sind schwer verdaulich und der Karpfen braucht lange, um dieses Festmahl zu verarbeiten. Wer den Stoffwechsel des Karpfen nicht zu sehr belasten will, der sollte lieber zu Hanf und Pellets greifen. So bleiben die Fische weiter fressfreudig.

Schwimmbrot

Die Montage von Schwimmbrot haben wir oben bereits näher ausgeführt. Übrigens kann man nicht nur die genannten Brotsorten verwenden, sondern sogar Hundefutter!

Boilies

Boilies sind nicht umsonst die beliebtesten Köder für Karpfen. Hier gibt es aber gravierende Unterschiede in der Qualität der Eiweißkugeln. Das merkt man dann nicht zuletzt am Preis.

Karpfenangeln

Fazit zu Ködern

Man sollte nicht nur darauf achten, dass die Köder eine gute Qualität haben, sondern auch, dass der Karpfen den Köder kennt. An einem See, an dem der Karpfen Boilies kennt, ist dieser auch eine gute Wahl. An Seen, die selten oder gar nicht befischt werden, sollte man lieber einen natürlicheren Köder wie Maden, Würmer oder Schnecken versuchen. Wenn man beobachtet, dass Enten häufig mit Brot gefüttert werden, dann kann man sein Glück mit Schwimmbrot versuchen. Da nicht nur der Karpfen sich am Köder zu schaffen macht, sondern auch andere Fische und Krebse, sollte man regelmäßig die Köder kontrollieren. Aber Vorsicht: zu häufiges Einholen und Auswerfen macht den Karpfen misstrauisch. Manchmal sind auch kleine Details entscheidend. Bei der Bestückung mit Ködern, sollte man es vermeiden mit ungewaschenen Händen den Köder zu berühren.

Karpfenangeln Ausrüstung

Bei der Ausrüstung kann man viel Geld lassen, das ist aber nicht immer notwendig. Man kann auch schon mit leichter Montage und wenig Ausrüstung große Erfolge haben. Wer über Nacht oder mehrere Nächte bleibt, der braucht natürlich ein wenig mehr Ausrüstung. Hier muss man je nach Komfort-Grad abwägen, wie gemütlich es sein soll. Viele Angler beheizen ihr Bivvy.

Hier nun die häufigste Ausrüstung:

  • Zelt – Bivvy
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Stirnlampe
  • Karpfenrute + Rolle + Schnur + Vorfach
  • Angelhalter
  • Bissanzeiger
  • Stuhl
  • Kescher
  • Abhakmatte
  • Karpfensack
  • Köderboxen und Zubehör-Box / Angelkoffer

Bivvy zum Karpfenangeln

Die besten Jahreszeiten

Sommer

Im Sommer, wenn es tatsächlich ein Sommer ist, strömen in der Regel Unmengen an Badegästen zu eurem Lieblings-Angelrevier. Das erleichtert das Karpfenangeln natürlich nicht. Damit es auch im Sommer mit dem kapitalen Karpfen klappt, ist ein wenig Geschick gefragt. Es sind tagsüber nicht nur die Badegäste, die beim Angeln stören, sondern auch das Überangebot an Nahrung, das der Karpfen zur Verfügung hat. Wer im Sommer trotzdem auf seine Kosten kommen möchte, der sollte mit Ködern angeln, die auffallen und sich vom normalen Nahrungsangebot der Karpfen abheben.

Die besten Fangzeiten hat man hier entweder in den späten Abend- oder frühen Morgenstunden. Karpfen-Profi-Angler fangen abends an und harren bis zum frühen Morgen aus. Dazu braucht man natürlich trotz des schönen Wetters die richtige Ausrüstung. Badegäste stören aber nicht nur, denn wenn sich die Heerscharen wieder nach Hause verkrümeln und das Wasser wieder den Fischen und Anglern gehört, hinterlassen die Badegäste einen sehr aufgewühlten Boden. Dieser offene Boden bietet den Karpfen ein super Nahrungssuche-Gebiet an. Hier hat man eine gute Anlaufstelle zum Angeln.

Winter

Während im Sommer der Karpfen gerne ans Ufer und die Seeoberfläche zur Sonne kommt, zeigt er im Winter ein anderes Verhalten. Im Winter ziehen sich die Karpfen in tiefe Gewässerregionen zurück. Hier verharren sie ohne viel Bewegung, um Kraft zu sparen. Da der Stoffwechsel sehr gering ist und das Herz nur langsam schlägt, muss man den Köder sehr nahe heranbringen. Mit einem Echolot kann man die genaue Position bestimmen.

In der kalten Jahreszeit nimmt der Karpfen aus Erfahrung eher kleine Köder an und ist noch skeptischer als zur warmen Jahreszeit. Hier empfiehlt sich das oben beschriebene Karpfenangeln mit Pose. Man sollte vor allem auf die geringe Ködermenge und einen kleinen Haken achten. Mais und Würmer sind sehr fängig. Gerade im Winter sollte man mit einer Abhakmatte arbeiten.

Der perfekte Ort zum Karpfenangeln

Wer den perfekten Köder, die tollste Ausrüstung und jede Zeit investiert hat und trotzdem nichts fängt, sollte über die richtige Stelle zum Karpfenangeln nachdenken. Hier gilt es natürlich primär die angefütterte Stelle zu befischen, doch führt diese nicht zum Erfolg, gilt es auch mal neue Wege zu gehen. Hat man vorher in der Seemitte im tiefen Wasser geangelt, kann man gerade im Sommer auch mal das nahe Ufer testen. Schwer erreichbare und ruhige Plätze eignen sich besonders gut. Tief über dem Wasser hängende Bäume, ein vom Ufer schwer erreichbarer Platz oder Stöcke und Äste sind immer beliebt.

Bei der Wahl der richtigen Stelle sollte man etwas Zeit mitbringen. Denn gute Beobachtung zahlt sich oftmals aus. Sicher, es kostet Zeit, wird aber meistens mit einem schönen Fang belohnt. Selbst den Wind sollte man in die Taktik des passenden Ortes einfließen lassen. Dabei achtet man auf einen auflandigen Wind. Wenn sich der Wind dreht, kann man seine Stelle auch mal anpassen.

Um den perfekten Ort zu finden, sollte man natürlich nicht den Ort suchen, der am nächsten zum Parkplatz liegt. Hier angeln wahrscheinlich die meisten, daher empfiehlt es sich, die guten alten Beine zu benutzen, damit ihr auf eure Kosten kommt. Es gilt immer die Ruhe zu bewahren. Laute Radios, viel Gequatsche, ein aufs Wasser ständig einhämmerndes Blei und andere Faktoren sind nicht gut zum Karpfenangeln. Haltet die Schnur nicht zu straff, das könnte die Fische aus misstrauisch stimmen.

Karpfenangeln

Den Karpfen an Land bringen

Um den Karpfen an Land zu bringen, ist es entscheidend, dass der Anschlag im richtigen Moment gelingt. Nur weil der Karpfen den Köder aufgenommen hat, ist dieser noch nicht festgehakt. Im Gegensatz zu anderen Zielfischen beißt der Karpfen nicht in den Köder rein. Damit sich also der Haken festhakt ist entweder ein Anschlag notwendig oder die Selbsthakmontage. Wenn man einen Biss vermutet, dann gilt es als Erstes, die Schnur etwas straff zu spannen und dann kann man zum Anschlag ansetzen.

Wer den Anschlag zu stark setzt, wird dem Karpfen die Lippe zerfetzen. Wer im falschen Winkel oder einen zu schwachen Anschlag setzt, wird den Fisch auch verlieren. Hier gilt es, ein Gefühl für den Fisch zu entwickeln. Auch bei monofiler Schnur kann man den Anschlag häufig nicht stark genug setzen. Gehen wir von einer Dehnung von ca. 25% aus, dann haben wir bei 20 Meter Schnur bereits 5 Meter Dehnung. Diese Distanz kann man mit einem einfachen Anschlag nicht meistern. Daher wählt am besten gleich eine geflochtene Schnur, damit fahrt ihr wesentlich besser.

Je weiter der Fisch entfernt ist, desto heftiger sollte der Anschlag sein.

Fazit

Recherche und Geduld zahlen sich aus, aber auch die richtige Stelle, der optimale Köder und die passende Ausrüstung sind wichtig. Der aktive Angler fängt meistens mehr. Wer sich die Zeit nimmt und den Karpfen beobachtet, dann sein Camp und die Köder in diese Richtung bewegt, wird beim Karpfenangeln erfolgreicher sein, als ein Angler der sich blind für eine Stelle entscheidet und dann seine Nacht im Zelt durchpennt.