Als Zwiebel des Meeres wird er manchmal bezeichnet, weil er ebenso wie das Gemüse, sieben Hautschichten hat, die ihn vor der Kälte schützen. Hässlich finden ihn die meisten Menschen, aber verspeisen ihn dennoch gern. Wir reden vom Seeteufel. Er ist auch als Anglerfisch oder gemeinhin als Lotte bekannt. Der Seeteufel ist neben den Fühlerfischen und den Tiefseeanglern eine Unterart aus der Ordnung der Anglerfischartigen. In unserem Fischportrait schauen wir uns die Besonderheiten des Seeteufels, seine Lebensweise und Fortpflanzung, aber auch seine Bedeutung als Speisefisch an. Viele Angeltipps wird es für die Lotte nicht geben. Warum, erklären wir euch natürlich auch.

Seeteufel Steckbrief

Synomyme: Anglerfisch, Lotte, Mönchsfisch, Baudroie
Englischer Name: angler, sasnglerfish, monkfish
Wissenschaftlicher Name: Lophius piscatorius
Ordnung: Armflosser (Lophiiformes)
Familie: Lophiidae (Seeteufel)
Größe: bis zu 2 Meter (Durchschnitt: 100 Zentimeter)
Gewicht: 50 bis 60 Kilogramm (Durchschnitt: 10
Alter: 10 bis 15 Jahre
Körperbau: stark abgeflacht, zum Schwanz hin verjüngt, riesiger Kopf
Schuppen: keine Schuppen
Farbgebung: Grundfärbung braun, Unterseite weißlich
Augen: sehr klein
Flossenformel: D VIII/11-12, A 0/9-10
Maul: riesig
Zähne: schräg nach hinten gerichtet
Nahrung: andere Fische
Laichzeit: April und Juni
Laichort: rund um die britischen Inseln in einer Tiefe von 400 Metern
Hauptfangzeit: August bis September, aber auch ganzjährig fangbar
Angeltechnik: industriell Schlepptaue, Grundfischen, Langleine

Aussehen und Merkmale der Lotte

Der Seeteufel trägt seinen Namen nicht nur wegen seiner Hässlichkeit, sondern wohl auch wegen seiner teuflischen Methode des Beutefangs. Er lauert in den Tiefen des Sandbodens und verschlingt die Beute nach dem Anlocken mit einem großen Wasserschwall. Er lockt die Beute mit seiner Angel an, weswegen er auch gern Anglerfisch genannt wird. Der Seeteufel gehört zur Ordnung der Anglerartigen oder auch Armflosser. All diese Bezeichnungen erklären sich aus dem Aussehen und dem Körperbau des Fisches, den wir jetzt natürlich ausführlich beschreiben.

Die Körperform des Seeteufels ist recht platt. Nach hinten hin verjüngt sich der Körper etwas. Der Kopf ist im Vergleich zum Körper richtig riesig und entspricht fast der Hälfte der Körperlänge. Auch der Kopf ist recht flach gehalten. Das Maul steht den Ausmaßen des Körpers in keinster Weise nach. Auch dieses ist im Vergleich zum restlichen Körper unglaublich groß und mit mehreren Reihen spitzer Zähne ausgestattet. Diese sind nach hinten gerichtet, um das Herausgleiten der Beutetiere zu verhindern. An der Oberseite des Kopfes befinden sich recht kleine Augen und viele, teils ausgeprägte Körperstacheln zieren den Kopf. Der Fisch trägt keine Schuppen, ist dafür aber am ganzen Körper mit Wülsten und knochenartigen Verdickungen übersät.

Monkfisch Illustration

Färbung und Flossen des Seeteufels

Die Grundfärbung des Seeteufels ist eher bräunlich, doch er kann sich auch ähnlich wie der Wels oder auch die Scholle seinem Untergrund anpassen. Die Bauchseite ist weißlich gefärbt bzw. hell gefärbt. Sein ganzer Körper ist mit dunklen Flecken bedeckt. Ansonsten ist die Haut aber angenehm weich. Am Unterkiefer, am Kopf und an den Körperseiten hat der Seeteufel kleine Hautfetzen sitzen.

Besonders prägnant und für die Ordnung der Anglerartigen typisch ist der 1. Strahl der ersten Rückenflosse. Er sitzt direkt über dem Maul und hat an seiner Spitze ein Hautläppchen, welches auch Angel oder Lockangel genannt wird. Der Seeteufel bewegt es vor seinem Maul hin und her und erzeugt so bei den Beutefischen den Eindruck von kleinen Beutetieren. Sie werden angelockt und verschwinden in den Tiefen des Mauls des Raubfisches. Außerdem besitzt der Seeteufel kräftig ausgeprägte Bauchflossen, die Armflossen, mit denen er sich sogar auf dem Grund vorwärts bewegen kann.

Der schwarze Seeteufel

Im Gegensatz zum normalen Seeteufel hat der schwarze Seeteufel eine schwarz gefärbte Bauchseite. Außerdem nennt er nur 8-10 Flossenstrahler auf der zweiten Rückenflosse sein Eigen, wohingegen es beim gemeinen Seeteufel 10 bis 12 Stück sind. Aber auch er ist gesäumt von den vielen Hautanhängen, kann seine Färbung ändern und sieht zusätzlich zu diesen Merkmalen mit den wulstigen knöchernen Erhebungen fast wie ein Stein am Meeresboden aus. Der schwarze Seeteufel wird auch nicht so groß wie der gemeine Anglerfisch. Mehr als 1 Meter erlangt er selten. Sein mittleres Körpergewicht liegt bei 4 bis 5 Kilogramm.

Seeteufel – Herkunft und Lebensraum

Wir betrachten hier heute den in unseren Breiten lebenden Seeteufel (Lophius piscatorius)). Ihr findet ihn vor allem in den Gewässern des Nordostatlantik, an der britischen Küste, in der baltischen See, in der Nord- und Ostsee bis hin zum Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Der amerikanische Seeteufel ist an der amerikanischen Atlantikküste von Neufundland bis Brasilien, im Golf von Guinea und in der Neuseelandzone zu Hause. Alle Arten sind Grundfische und leben in Tiefen zwischen 20 (Küstenregionen) und rund 600 Metern. Teilweise findet man auch Seeteufel, die in einer Tiefe von 1000 Metern leben.

Seeteufel von vorne mit offenem Maul

Seeteufel Fortpflanzung

Der bei uns heimische Seeteufel wird in einem Alter von circa sechs Jahren geschlechtsreif. Das Männchen hat dann eine ungefähre Körperlänge von 40 und das Weibchen von 70 Zentimetern. In der Zeit zwischen April und Juni laichen die Fische. Sie suchen dafür die nördlichen, westlichen und südlichen Gewässer der britischen Inseln und die Nähe der Küsten Irlands auf. In gut 400 Metern Tiefe legen die Weibchen dann bis zu einer Million Eier ab. Sie sitzen in einem Schleimband, welches zwischen acht und zehn Metern lang und 15 bis 45 Zentimeter breit ist. Dieses durch die Farbe der Eier violett schimmernde Laichband schwebt frei im Wasser und wird durch die Wasserbewegung und den Wellengang in Stücke gerissen. Durch die Meeresströmungen können die Laichbandteile weit verbreitet werden.

Die kleinen Larven schweben im Wasser bis sie ca. 6 bis 8 Zentimeter groß sind. Sie halten sich durch stark verlängerte Flossenstrahlen in der Schwebe. Dann gehen sie wie ihre Eltern zum Bodenleben über und ernähren sich zunehmend von Würmern und Schnecken. Je größer und älter sie werden, desto tiefere Gewässer suchen sie auf und begeben sich auf die Lauerjagd nach größeren Beutetieren.

Die Nahrung des Seeteufels

Der Seeteufel ist ein ziemlich träger Raubfisch. Er lauert seiner Beute auf und saugt sie dann durch ein plötzliches Aufreißen seines Maules mit dem Wassersog ein. Zuvor lockt er die Beute mit seinem prägnanten Rückenflossenstrahl an, den er quasi wie eine Angel einsetzt. Seine bevorzugten Beutetiere sind Meeraal, Rochen, Kurrhähne und viele weitere am Boden lebende Fische. Die Fische müssen dabei nicht unbedingt viel kleiner sein als der Seeteufel selbst. Auch Fische, die nur minimalst kleiner sind, verschwinden problemlos im Maul des Raubfisches, welches er bis auf das Sechsfache vergrößern kann. Doch auch vor dem Verspeisen von Tauchvögeln scheint die Lotte nicht zurückzuschrecken, denn auch deren Überreste fand man schon im Magen der Tiere.

Die Art und Weise dieser heimtückischen Ernährung ist aber für den Seeteufel überlebensnotwendig. Sein eigenartiger Körperbau hindert ihn daran, wie andere Raubfische offensiv auf Beutefang zu gehen. Böse Zungen behaupten, würde er nicht versteckt lauern und zuschnappen, würden die Beutetiere aufgrund seiner Hässlichkeit sowieso einen großen Bogen um ihn machen.

Der Seeteufel als Speisefisch

Auch wenn er hässlich ist, so schmeckt der Seeteufel wirklich gut. Vor allem sein Schwanzfleisch ist unter Gourmets begehrt. Der Fisch ist bis auf die Wirbel praktisch grätenfrei und muss, wie ihr erfahren habt, auch nicht geschuppt werden. Das Fleisch des Seeteufels ist recht mager, sehr zart aber dabei sehr fest und äußerst aromatisch. Ihr könnt den Seeteufel das ganze Jahr über kaufen. Er verdirbt allerdings sehr schnell, sodass ihr ihn zügig zubereiten solltet. Meistens werden die Fische schon ohne Kopf und filetiert angeboten, doch man kann ihn auch ihm Ganzen kaufen.

Seeteufel mit Gemüse

Habt ihr keine Filets, sondern einen ganzen Fisch erstanden oder sogar selbst gefischt, dann lernt ihr jetzt die hässliche Zwiebel des Meeres kennen. Die sieben Häute, die den Fisch vor der Kälte des Wassers schützen, müssen nämlich als erstes abgeschält werden. Auch die Rückenflosse und Bauchflosse müsst ihr abschneiden. Dann geht es dem dunklen Fleisch an den Kragen, denn es muss weg, damit ihr an die Filets der Lotte kommt.

Das Fleisch des Seeteufels bleibt beim Grillen, Braten, Kochen, Schmoren oder Dünsten fast immer perfekt weiß. Ihr seht schon, eurer Fantasie ist bei den Garmethoden keine Grenze gesetzt. Der Seeteufel eignet sich besonders gut zum Grillen, weil sein festes Fleisch nicht so schnell zerfällt wie das anderer Speisefische. Wir erwähnten schon, dass besonders das Fleisch des Schwanzes bei Feinschmeckern beleibt ist. Doch nicht nur dieses, sondern auch die Filets erinnern weniger an den Geschmack von Fisch, sondern ähneln mehr dem Geschmack und der Konsistenz von Langusten. Dieser exzellente Geschmack und Charakter des Fleisches der Lotte hat natürlich auch seinen Preis. Zwischen 40 und 50 Euro müsst ihr in der Regel für ein Kilogramm des edlen hässlichen Drachens berappen.

Seeteufel fangen

Gerade bei dem Preis für eine Lotte, kommt man doch schnell auf die Idee, diese doch einfach selbst zu fangen. Gezielt auf Seeteufel zu gehen, ist fast unmöglich. Erstens bewegt er sich in sehr großen Tiefen, die schlecht zu erreichen sind, und zweitens lauern sie fast bewegungslos im Wasser und jagen nicht aktiv. Es ist also recht schwer, sie aus ihren Verstecken zu locken. Mit der Handangel wird euer Vorhaben mehr zu einem Glücksspiel als zu einer gezielten Aktion für ein leckeres Abendessen.

Wenn ihr aber trotzdem euer Glück wagen wollt, dann haltet die Augen nach kleinen Sandflecken zwischen Felsen und Bewuchs oder Kanten von großräumigen tiefen Löchern auf. Mit einer Langangel, beködert mit einem Pilker oder Fetzen von Fischen, einem Gummifisch oder Jigkopf könnt ihr es versuchen. Lasst den Köder am Boden ein wenig schleifen. Der Drill ist wie ein Sack, der Teufel zeigt keinerlei Gegenwehr. Industriell wird der Seeteufel zumeist mit Schleppnetzen gefischt. Er fällt größtenteils als Beifang an.

Das soll es auch mit unserem Portrait der Lotte oder des Seeteufels gewesen sein. Wir haben jetzt Hunger und gehen auf die Suche nach Rezepten. Vielleicht stellen wir das ein oder andere dann auch später hier im Angel-Wissen-Blog noch genauer vor.