Der Mondfisch ist ein Meeresriese, der irgendwie aus einer anderen Welt zu sein scheint. Wer das Glück hatte, den schwersten Knochenfisch unserer Zeit beim Tauchen oder Hochseeangeln anzutreffen, weiß, welche Magie ihn umgibt. Er ist ein Meister der Illusion; nichts ist wie es zu sein scheint. Was den Mondfisch so besonders macht erklären wir in diesem Steckbrief.

Mondfisch Steckbrief

Synomyme: Mola Mola
Englischer Name: Ocean Sunfish
Wissenschaftlicher Name: Mola Mola
Ordnung: Kugelfischverwandte
Familie: Molidae (Mondfische)
Gattung: Mola Mola
Größe: maximal über 3 Meter lang und bis zu 4 Meter hoch
Alter: unbekannt, nach Schätzungen aber über 100 Jahre
Körperbau: relativ kurz, flach und hochrückig
Schuppen: keine, dafür eine bis zu 8 cm dicke Haut
Farbgebung: je nach Lebensraum grau-grünlich bis grau-bräunlich
Flossenformel: D 0/15-18, A 0/14-17, C 0/12
Maul: schnabelförmig
Zähne: keine
Augen: recht groß
Nahrung: Quallen, Plankton, kleine Fische und Tintenfische
Laichzeit: nicht bekannt

Lebensraum und Vorkommen des Mondfisches

Auf den Mondfisch kann man generell in den Ozeanen gemäßigter bis tropischer Klimazonen treffen – also im Atlantik, Pazifik oder dem Indischen Ozean. Recht gute Chancen hat man dabei zum Beispiel in Indonesien. Wenn man sowieso schon zum Angeln in Bali ist, lohnt es sich auf jeden Fall die Angelausrüstung gegen die Tauchausrüstung einzutauschen, um diesen beeindruckenden Meeresbewohner zu bestaunen. Es kann aber durchaus vorkommen, dass du einige verirrte Exemplare sogar beim Hochseeangeln in der Nordsee antriffst. Solche Sichtungen sind vor allem auf die Erwärmung der Weltmeere zurückzuführen.

Der Mondfisch hält sich vorwiegend küstenfern in den Tiefen unserer Ozeane auf. Dabei lässt er sich allerdings nicht immer nur treiben. Mit bis zu 2000 km in etwa 3 Monaten legt der Mondfisch Rekordstrecken in unseren Weltmeeren zurück.

Aussehen und Merkmale des Mondfisches

Auch wenn es den Anschein hat, seinen Namen verdankt der wundersame Mondfisch nicht nur seiner außergewöhnlichen scheibenähnlichen Erscheinung. Sein doch recht langsames Gemüt lädt bis zu 50 verschiedenen Parasitenarten zum Verweilen ein, die ihn nachts silbrig wie den Mond schimmern lassen. Im englischen Sprachraum ist er allerdings als “Ocean Sunfish” geläufig, da er sich oft an der Meeresoberfläche treiben lässt und sich dabei “zu sonnen” scheint. Es wird vermutet, dass während “des Sonnenbades” sowohl die UV-Strahlen kleinere Mikroorganismen auf seiner Haut vertreiben, als auch kleinere Fische sich als Putzer nützlich machen dürfen. Die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung ist „Mola Mola„, welches sich vom lateinischen Wort „Molidae“ ableitet und sich mit „Mühlstein“ übersetzen lässt.

Einer wie keiner

Das Aussehen des Mola Mola macht ihn zu einer einzigartigen und unverwechselbaren Kreatur. Ohne Schwanzflosse wirkt sein Körper komprimiert und ähnelt einer Kopfform. Der Mondfisch ist der größte und schwerste Knochenfisch unserer Zeit, dabei machen die Knochen nicht mal den größten Anteil seines Gewichtes aus! Er besteht hauptsächlich aus Knorpeln und einer zähflüssigen Masse. Die auffällige Rücken- und Analflosse läuft spitz zu und hat an der Wasseroberfläche schon zur Verwechslung mit Haien geführt. Auch die Kiemen des Mondfisches sind nicht charakteristisch für die Fischspezies, da sie nur aus einem kleinen Loch bestehen.

Ein Meister der Fortbewegung

Die Fortbewegung des Mondfisches wird zum einen durch seine mächtigen Rücken- und Analflosse bestimmt. Was dem Betrachter wie ein sehr tollpatschiges Fliegen unter Wasser erscheint, ist in Wirklichkeit eine effiziente Art und Weise, schnell lange Distanzen durch die Weltmeere zurückzulegen. Beim Tauchgang in die Tiefe kommt ihm allerdings ein anderes Merkmal zu Gunsten: das Fehlen der Schwimmblase. Ohne Schwimmblase muss er auch keine Luft nachtarieren und verliert so nicht – wie andere Fische – an Auftrieb. Sein gallertartiges Innenleben verleiht ihm die gleiche Dichte wie dem Meereswasser (1,03 g/cm3) ; so kann er auch ohne Schwimmblase im Wasser tarieren.

Der Mondfisch und seine Lebensweise – Warum wir so wenig über ihn wissen

Der Mondfisch gehört zu den Meeresbewohnern, die weniger erforscht sind. Sein Verhalten und seine Lebensweise lassen daher viele Fragen offen. Der Mondfisch ist eben kein kommerziell interessanter Fisch, bei dem Forschungsgelder gut investiert wären. Doch genau das macht ihn gerade für Taucher und Angler so interessant und faszinierend. Oft ist es doch das Unbekannte, was uns so reizt.

Ernährung

Mondfischen wird nachgesagt, dass sie in einer Tiefe von bis zu 500 Metern weilen und dort ihre Nahrung suchen. Diese besteht zum größten Teil aus Quallen, kleinen Weichtieren, kleinen Fischen und Zooplankton, die sie mit ihrem schnabelförmigen Mund fressen.

Fortpflanzung

In Sachen Reproduktion ist der Mola Mola Weltmeister unter den Fischen. Über 300 Millionen Eier kann das Weibchen ausstoßen, sollte es auf ein männliches Tier stoßen. Da Mondfische Einzelgänger sind, passiert dies nicht all zu häufig. Diese große Menge an Eiern erhöht damit natürlich die Chance auf Erfolg. Die winzigen Larven sind zwar zu Beginn nur 2 bis 3 Millimeter groß, wachsen aber in Rekordgeschwindigkeit von etwa 1 Kilogramm pro Tag zu einem Rekordgewicht von bis zu 2,3 Tonnen heran.

Ist der Mondfisch eine bedrohte Fischart?

Kann ein so großer Fisch überhaupt Feinde haben? Durch seine Größe und die bis zu 8 Zentimetern dicke Haut, fürchtet der Mondfisch nur Angreifer mit starken Zähnen. So gelten vor allem Schwertwale, größere Haie und Seelöwen als potentielle Gefahr. Wie kommt es also, dass der Mondfisch heute zu den gefährdeten Arten gehört? Wie für viele andere gefährdete Fischarten ist es der Mensch, der die größte Gefahr darstellt. Allerdings nicht, weil er als beliebter Speisefisch gilt. Seine Beschaffenheiten machen ihn tatsächlich nicht besonders genießbar. Aber gerade wegen seiner Größe landet er oft als Beifang in den Netzen kommerzieller Fischerboote. Auch die Verschmutzung der Meere macht dem Mondfisch zu schaffen, da seine Hauptnahrungsquelle Quallen gerade Plastikmüll sehr ähneln.

Was können wir als sorgsame Angler also dazu beitragen, um den Erhalt dieses fantastischen Fisches zu unterstützen? Neben der grundlegenden Nachhaltigkeit, die wir als Angler sowieso hegen sollten, sind wir vor allem in der Meldepflicht, falls wir einen Mondfisch sichten – besonders in Gewässern, die normalerweise viel zu kalt für den Mola Mola sind. Dies hilft Forschern und Naturschützern, mehr über die Verhaltensweisen des Mondfisches zu lernen. Je mehr wir über ihn wissen, desto besser können wir verstehen, wie wir ihn schützen können.