Angeln in Holland

Die Niederlande sind ein wasserreiches Land, Flüsse, Grachten, über 500 Küstenkilometer… Wem da nicht die Finger jucken, Angeln zu gehen, der hat nicht richtig zugehört. Was ihr wissen müsst, bevor es zum Angeln in Holland geht, haben wir für euch zusammengefasst. Also einmal lesen, Checkliste abhaken und ab Richtung Niederlande!

Rechtliche Bestimmungen beim Angeln in Holland

Bevor wir die besten Angelplätze verraten, wollen wir euch kurz alle Informationen und Tipps an die Hand geben, die euch im legal die Rute schwingen lassen.

VISpas

Der VISpas ist das Dokument, was ihr braucht, um in 90 % der Gewässer in Holland angeln zu dürfen. Es ist ein Mitgliedsausweis eines niederländischen Angelsportvereins aus dem Bund Sportvisserij Nederland. Mit Kreditkarte oder einem Konto in Holland könnt ihr ihn ganz leicht online kaufen, ansonsten bekommt ihr sie bei den Angelsportvereinen selbst oder grenznahen Händlern.

Der VISpas kostet durchschnittlich 40 € im Jahr. Der genaue Preis hängt von dem Verein ab, bei dem ihr ihn kauft. Grenznahe Vereine sind meist etwas teurer. Euer VISpas ist immer bis zum 31. Dezember des laufenden Jahres gültig und verlängert sich automatisch. Je nachdem, ob ihr dann auf Lastschriftverfahren umsteigt, oder per Zahlungsaufforderung zahlen wollt, könnt ihr bis zu zehn Euro im Jahr sparen. Setzt euch dafür einfach mit eurem Angelsportverein in Verbindung und fragt nach deren Konditionen.

Welche Gewässer mit dem VISpas für euch nun zugänglich sind, findet ihr entweder online bei dem VISplanner oder in der zugehörigen App.

Für das Angeln in der Nordsee braucht ihr übrigens keinen VISpas.

Schonzeiten und Mindestmaße

Hier haben wir euch einmal die beliebtesten Fische mit Schonzeiten und Mindestmaßen zusammengestellt.

Fisch (alphabetisch)SchonzeitMindestmaß
Aalganzjährig
Aland1. April bis 1. Juni
Äscheganzjährig
Bachforelle1. Oktober bis einschließlich 31. März
Barbe1. April bis 1. Juni30 cm
Barsch1. April bis zum letzten Samstag im Mai22 cm
Blauleng22 cm
Butt20 cm
Döbel1. April bis 1. Juni30 cm
Flussneuauge20 cm
Flunder 20 cm
Gefleckter Flügelbutt20 cm
Hasel ganzjährig
HechtVom 1. März bis zum letzten Samstag im Mai45 cm
Hechtdorsch27 cm
Hering20 cm
Kabeljau35 cm
Köhler35 cm
Lachsganzjährig
Leng63 cm
Maifischganzjährig
Makrele30 cm
Meerforelleganzjährig
Meeresneunaugeganzjährig
Näslingganzjährig
Pferdemakrele15 cm
Pollack30 cm
Quappeganzjährig
Sardine11 cm
Schellfisch30 cm
Schleie25 cm
Scholle27 cm
Seehecht27 cm
Seezunge 24 cm
Welsganzjährig
Wittling27 cm
Wolfsbarsch42 cm
ZanderVom 1. April bis zum letzten Samstag im Mai42 cm

Zusätzlich dürfen folgende Fische nicht gefangen werden: Bachneunauge, Bitterling, Elritze, Schnäpel, Schneider, Schlammpeitzger, Steinbeißer, Groppe und Stör. Solltet ihr einen solchen Fisch an der Angel haben, behandelt ihn sorgfältig und setzt ihn möglichst unbeschadet zurück ins Wasser.

Sperrzeiten für Ködersorten

Zusätzlich gibt es auch einige Regelungen zu Sperrzeiten für bestimmte Ködersorten. Vom 1. April bis zum letzten Samstag im Mai dürft ihr nicht mit Schlachterzeugnissen, einem Köderfisch, einem Fischfetzen oder einem Kunstköder jeder Art angeln. Ausgenommen ist die Kunstfliege, solange sie unter dem Maß von 2,5 cm bleibt. Im Ijsslmeer gilt diese Regelung jährlich vom 16. März bis zum 30. Juni.

Die besten Angelplätze in Holland

Abhängig davon, von wo ihr losfahrt und wie viel Zeit ihr in Holland verbringen wollt, bieten sich natürlich verschiedene Orte an.

Wohnt ihr im oder um das Ruhrgebiet, so liegt der Maas grenznah und für einen kurzen Tagestrip erreichbar. Bekannt für seine Barsche und Hechte, gibt es einige Plätze mit wenig Schiffsverkehr, sodass man auch mit dem Schlauchboot hinausfahren kann. Etwas weiter südlich zwischen Maastricht und Maasbracht tummeln sich Plötzen und Brassen.

Wer noch eine bis zwei Stunden Fahrtzeit drauflegt, der kann in die Provinz Zeeland. Dieser Küstenstreifen ist beliebt bei Urlaubern und Anglern. Hier lässt sich vom Deich, vom Ufer oder vom Boot aus die Angel ins Wasser halten und an Fischvielfalt mangelt es auch nicht: Plattfische, Wolfsbarsche oder sogar Nordseehaie – wer ein bisschen Geduld mitbringt, darf mit spektakulären Fängen rechnen.

Wohnt ihr weiter nördlich? Die Ijssl ist nur einen Steinwurf entfernt und gehört zu den beliebtesten Angelzielen der Deutschen. Für Raubfisch- und Weißfischangler ist die Ijssl ein sicherer Hafen. Ob kampfstarke Barben und Flusskarpfen oder Brasse und Plötze, mit dem richtigen Köder landet ihr eure Zielfische in Rekordzeit.

Noch ein gutes Stück höher liegt das Lauwersmeer. Seinem Namen zum Trotz findet ihr hier einen Süßwasserfischbestand, wie man sich ihn nur wünschen kann. Hechte und Zander lassen sich auf über 2.000 Hektar Wasser gut fangen. Die Chancen auf einen persönlichen Rekordfisch stehen, auch aufgrund des gelebten „Catch and Release“, mehr als gut und Räuber jenseits der Metermarke sind nicht selten.

Wer Angeln und Städtetrip verbinden will, sollte sich nach Amsterdam aufmachen! Diese romantische Großstadt mit Grachten und Geschichte bietet einzigartige Angelkulisse und einige der besten Raubfischplätze der Niederlande (namentlich zum Beispiel der Nordseekanal direkt hinterm Hauptbahnhof). Also auf geht’s, Barsch fangen!

Wer nicht nur vom Ufer aus Angeln will, der sollte sich nach professionellen Angelführern umschauen. Beinahe überall, wo man gut angeln kann, findet ihr auch Angelführer, die mit ihren Booten zu den Plätzen fahren, die euch Rekordfänge beinahe garantieren.

Die richtige Ausrüstung zum Angeln in Holland

Sicher fragt ihr Euch, welches Geschirr ihr auf die Reise ins Nachbarland mitnehmen solltet. Wir können euch beruhigen, denn je nach Zielfisch, ist das Gerät genau dasselbe, wie ihr es auch bei uns verwendet.

Spinnfischer sollten auf jeden Fall eine kräftige Spinnrute, in Kombination mit einer stabilen Stationär- bzw. Baitcastrolle mitnehmen. Wie bereits gesagt, lauern vielerorts riesige Hechte und Zander unter der Wasseroberfläche. Auch eine etwas leichtere Kombo für die Jagd auf dicke Barsche sollte sich im Gepäck befinden. Versucht besser nicht nur mit ultraleichten Geschirr den Stachelrittern nachzustellen. Fische von 40cm und mehr, sind hier absolut keine Ausnahmefische und so ein Dickbarsch verlangt dem Gerät einiges ab.

Als Friedfischangler empfehlen wir kräftige Karpfen- Feeder– oder Matchruten. So habt ihr die Möglichkeit, auch auf weite Distanzen die großen Wasserflächen zu beangeln. Alles gepaart mit gut dimensionierten Stationärrollen, denn auch hier sind Rekordfische zu erwarten.

Speziell im Fluss ist das Angeln mit den bis zu 16m langen Kopfruten sehr beliebt. Wettkampfangler kommen bei dem guten Fischbestand voll auf ihre Kosten und können mit einer unglaublichen Bissfrequenz rechnen.

Wollt ihr die Angel ins Meer halten, dann packt eure beste Brandungsruten, die Nordsee in den Niederlanden unterscheidet sich nicht groß von der Deutschen.

Noch Fragen offen? Meldet euch gern in den Kommentaren oder tauscht euch über eure Lieblingsplätze im Nachbarland aus!

 

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